Körperschaftsrechte in Bremen auf dem Prüfstand

Mich erreichte heute eine Einladung des Rechtsausschusses der Bremischen Bürgerschaft zum Mittwoch, den 16. Februar 2011 von 10 bis 17 Uhr. Eingeladen wurden:

Zeugen Jehovas Ausstieg
Austieg eV und
Netzwerk Sektenausstieg eV

Angehört werden sollen wir zu Fragen der Gefährdung von Ehe und Familie, Ausgrenzung von
1. Familenangehörigen, Hinarbeit auf Trennung;
2. Beeinträchtigung der Religionsfreiheit bei Austrittswunsch und
3. Kindeswohl: körperliche Züchtigung, Missbrauchsfällen und Persönlichkeitsentwicklung.

Ich freue mich, dass sich der Rechtsausschuss diese Mühe macht und bitte alle Betroffenen diese Chance zu ergreifen und sich zu Wort zu melden. Damit spreche ich alle Väter an, die ihre Kinder nicht mehr sehen durften, junge Aussteiger, die den Kontakt zur Familie nicht mehr haben dürfen und jene, die mit der Blutfrage konfrontiert waren oder sind. Auch Fälle von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Bitte meldet euch bei mir, damit wir die Fälle darstellen und vortragen können. Laßt diese Chance nicht ungenutzt verstreichen!

Die Fragen im Einzelnen:

2. Gefährdung von Ehe und Familie
(Art. 6 Abs. 1 GG)

– Beeinträchtigt oder gefährdet das Verhalten der Religionsgemeinschaft und deren Mitglieder den gebotenen Schutz der Familie?
– Ausgrenzung der der Religionsgemeinschaft zugehöreigen Familienmitglieder?
– Aktive Hinarbeit auf die Trennung von ehepartnern und Familie?

3. Beeinträchtigung und Gefährdung der Religionsfreiheit
(Art. 4 GG)

Hält die Religionsgemeinschaft austrittswillige Mitglieder in der Gemeinschaft fest?

4. Gefahr von Leib und Leben Erwachsener und Minderjähriger
(Aert. 2 Abs. 2 Satz 1 GG)

– Gefährdet die Religionsgemeinschaft durch das Verbot der annahme von Bluttransfusionen Leib und Leben Minderjähriger?
– Erschwert oder unterläuft die Religionsgemeinschaft staatliche Schutzmaßnahmen? (§ 1666 BGB: Das Familiengericht kann anstelle der Eltern oder eines anderen Inhabers der elterlichen Sorge die einwilligung zur Bluttransfusion erssetzen.)

5. Kindeswohl

– Körperliche Züchtigung:
Hält die Religionsgemeinschaft zur Verletzung des absoluten Gewaltverbots in der Kindererziehung (§1631 Abs. 2 BGB) an?
– Kindesmissbrauch:
Gibt es bei der Religionsgemeinschaft Fälle des Missbrauchs und lässt der Umgang damit Zweifel an der Rechtstreue aufkommen?
– Schulbildung und Persönlichkeitsentwicklung:
Besteht eine bildungsfeindlcihe Grundhaltung der Religionsgemeinschaft und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für betroffene Kinder?

Soweit die Fragen, zu denen wir gehört werden sollen.

Quelle: Radio-Bremen-TV
mehr: zum Artikel des Blogs

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Über Ricarda

Ich war 15 jahre lang eine Zeugin Jehovas und helfe seit 2004 Zeugen Jehovas beim Ausstieg und der Verarbeitung ihrer Sektenzugehörigkeit. Daneben beantworte ich gern alle Fragen rund um die zeugen jehovas, helfe Menschen, die sich von Zeugen Jehovas belästigt fühlen und solchen Personen, deren Angehörige bei den Zeugen sind oder Gefahr laufen in die Sekte zu geraten.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gemeinschaftsentzug, Kindheit, Religionsfreiheit, Sektenausstieg, Zeugen Jehovas abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Kommentare zu Körperschaftsrechte in Bremen auf dem Prüfstand

  1. Helmut Jäger sagt:

    Hallo Ricarda,
    in Weiterführung meiner Ausführungen auf dem Blog
    “ MEINE SEITE “ will ich Dir hier aller niedrigste ZEUGEN und menschliche Moral kundtun. Mein lieber Herr Schwiegersohn der mich als der Kleine um sein Leben kämpfte vor dem Krankenzimmer überredete, “ um Leandros Willen sprechen wir wieder miteinander und Vertragen uns. Meine Frau und ich sagten zu. Wir haben Wochenlang aufopferungsvoll Tag und Nacht mit der „Familie“, am Bett übernachtet und aufgepasst, damit er sich die Schläuche nicht herauszieht und ihn getröstet.
    Seit dieser Woche dürfen wir ihn nicht einmal mehr sehen. Er hat den Kontakt völlig unterbunden. Meine Frau ist nur noch am weinen.
    Er begründet dies damit das ich eine Frage meines Enkels für Jehova die da lautete:“Ich habe schon so oft zu Jehova gebetet aber er hört mich nicht“, so beantwortet haben soll, das ich sagte um keinen Ärger zu bekommen, Jehova hat eben viel zu tun und du mußt eben noch Geduld haben. Das wurde mir als Beeinflussung ausgelegt und der Kontakt abgebrochen.
    Dazu muß ich noch sagen das ich vom medizinischen und psychologischen Standpunkt aus, qualifiziert sagen kann, dass mein Enkel in einem pathologischen Abhängigkeitsverhältnis steht, und schon jetzt in seiner sozialisation total gestört ist. Er bekommt von seinem Vater Sprüche und Ansichten eingetrichtert die sich ein Junge mit 10 Jahren unmöglich selbst ausdenken kann. Ich bin ein gefallener Engel und ein Stück (Stuhlgang)und noch viel viel Schlimmeres. Er ist ein derart fanatischer Zeuge dass er nicht eimal Tatsachen anschauen will. Man könnte über die Hahner Gri.Bücher schreiben. Nur noch eins:“außer seiner noch fanatischeren Mutter sind alle seine zahlreichen
    deutschen und italienischen Verwandten“ ausgeschlossene Zeugen. Ich finde das was er da macht unwiderruflich als Kindesmisshandlung, zudem er dadurch seiner Lieblingsoma, also meine Frau, die schon in der Kinderbetreuung gearbeitet hat, entzogen wird. Seine eigene Mutter, also die Superzeugin hat von Kindererziehung keine Ahnung und muss ja die ganze Woche bis auf Freitag in den Predigtdienst gehen.
    usw…usw..
    Viele Grüße
    H.J.

  2. Ricarda sagt:

    Hallo Helmut,

    es ist schlimm, was deinem Enkel und euch angetan wird und es ist schön, dass du damit an die Öffentlichkeit gehst.

    Helmuts Seite: http://sektenausstieg.mixxt.at/networks/members/profiles/index.Hunter

    Leandro ist 10 Jahre alt und an Leukemie erkrankt. Er muss noch lange im Krankenhaus liegen und versteht nicht, warum. Natürlich hat er Fragen und es ist langweilig dort. Er will viel lieber spielen, statt eine Chemotherapie zu erdulden. Und er will nach Hause. Wie soll ein kleiner Junge verstehen, dass es da oben einen Gott geben soll, der ihm nicht hilft?

    Und jetzt dürfen also die Großeltern auch nicht mehr kommen, weil sie Abtrünnige sind, ehemalige Zeugen Jehovas, die man mit 10 Jahren nicht lieben darf, obwohl man selbst doch gar kein getaufter Zeuge Jehovas ist. Das sollen die Zeugen Jehovas bei der Anhörung in Bremen bitte mal erklären!

    Leandros Überlebenschancen stehen 50/50. Was er jetzt auf gar keinen Fall gebrauchen kann, ist zusätzlicher negativer Streß. Den hat er aber, wenn der Vater „Zeuge Jehovas“ und die Großeltern „ehemalige Zeugen Jehovas“ nicht normal miteinander umgehen dürfen, weil es ein Kontaktverbot durch die Gesellschaft der Zeugen Jehovas gibt. Hier geht es nicht um das Kindeswohl.

  3. Helmut Jaeger sagt:

    Nachtrag:
    Als mein Enkel in Amerika 1/2 Std. vor dem Rückflug auf dem Flughafen in L.A. zusammengebrochen ist, und ins Krankenhaus gebracht wurde, hatte mein Schwiegersohn nichts anderes zu tun, als erst einmal alle Zeugen in der Umgebung anzutelefonieren, worauf auch das dortige Krankenhauskomitee erschien. Dann für 1.600,–§ nach Deutschland um Alle anderen Zeugen in seinem Dunstfeld zu Informieren. Darauf kam dann ein Zeuge aus Deutschland Nach L.A. in das „long Beach Memoriel“, geflogen um Ihm „beizustehen“! Wenn er seinen leiblichen Bruder angerufen hätte, so sagte dieser mir, wäre er sofort nach L.A. geflogen. Er hat sich aber vor Jahren selbst aus dieser rigiden und menschenverachtenden Organisation ausgeschlossen. In Deutschland angekommen, die Geschichte steht ja oben, trieb es dieser paranoide religiöse Fanatiker auf die Spitze. Er nannte uns gefallene Engel, was zeigt dass er seine eigene Religion nicht einmal kennt. Wir sind Abtrünnige und ausgetreten. Gefallene Engel die gab es zu Noahs Zeiten. Wir fühlen uns diskriminiert nur weil wir keine treuen Schäfchen des WTG-Gehirns mehr sind. Die sollte der BGH einmal Prüfen und nicht so leichtfertig Privilegien an eine solche hinterlistige Sekte geben.
    PS. Die ganze Familie würde eine Psychiatrische Exploration nicht ohne massiven positiven Befund überstehen. Usw,usw…… Der kleine Leandro ist in seiner Sozialisation sowieso schon so gut wie unheilbar.

  4. Ricarda sagt:

    Hallo Helmut,

    ich verstehe deine Verzweiflung und die deiner Frau. Würde es einen Weg geben, deinem Enkel zu helfen, dann würde ich ihn gehen.

    Ich rufe unsere Ex-Brüder auf. All jene, die diese Sekte verlassen haben. Helft diesem kleinen Jungen bitte! Es kann doch nicht sein, dass die Zeugen Jehovas als Körperschaft des Öffentlichen Rechts anerkannt werden, wenn solche Schicksale öffentlich bekannt sind.

    Zeugen Jehovas zerstören Familienbande. Das ist verfassungswidrig.

  5. Bastian sagt:

    Hallo ich wusste dass meine Frau glaeubig ist, aber nicht das sie den Zeugen Jehovas angehoert. Vor kurzem hatte ich ein Streitgespraech mit ihrer Mutter (Mitglied der ZJ)und nun geht meine Frau wieder zu den Versammlungen hin und ist mir gegen ueber verschlossen. Ich toleriere die Welt Religionen aber die Lehre der ZJ ist einfach zu viel. Wo kann ich Hilfe bekommen um meine Frau aus dieser Sekte zu bekommen?
    Ich bin sehr verzweifelt, da ich in den USA lebe und meine Frau die einzige Familie ist die ich habe.

    Danke
    Bastian

  6. Ricarda sagt:

    Hallo Bastian,

    ich bin gern bereit zu helfen. Wir könnten über Skype miteinander sprechen. Ansonsten werde ich mich gern umhören, ob es in USA Aussteiger gibt. Es wäre hilfreich, wenn ich wüßte, wo du lebst, denn Amerika ist groß. Wäre schon schön, wenn du Hilfe vor Ort bekommen könntest.

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