Verlassen der Gemeinschaft – Mein Ausstiegsschreiben

Ricarda-P1

Als ich dieses Ausstiegs-Schreiben am 03.02.2001 verfasst habe,  glaubte ich noch, die Verlogenheit sei ein spezielles Problem der Zeugen Jehovas.

Was war passiert ?

Mein damaliger Ehemann hatte die Gemeinschaft verlassen und meine beiden jüngeren Kinder wollten nicht mehr mit in die Versammlung.
Ich ging also allein, wobei ich sagen muss, dass mein Ex-Mann mich, auf meinen Wunsch hin, auch zur Versammlung fuhr.

Als ich eines Tages von der Versammlung nach Hause kam, saß mein Ex-Mann vor seinem PC und starrte ihn an.   Ich fragte ihn, was los sei und er sagte:
„Stell dir vor, es gibt ein Forum mit ehemaligen Zeugen Jehovas.“

Ich forderte ihn auf sich dort anzumelden.  Schließlich war er auch ein Ehemaliger, aber er sagte:  „Aber das dürfen wir doch nicht!“ – „Dann melde mich dort an“, sagte ich und so erhielt ich Kontakt zu Aussteigern.

Vorweg gegangen war allerdings das neue Daniel-Buch, in dem die Posaunen aus der Offenbarung als Wachtturm-Artikel erklärt worden waren.  Das schien mir an den Haaren herbei gezogen.  Im Forum wurde mir das Buch „Der Gewissenskonflikt“ empfohlen und ich bat meinen Ex-Mann es zu bestellen.  Auch hier wieder seine Reaktion: „Aber das dürfen wir doch nicht!“ -„Was ich lese oder nicht, das entscheide immer noch ich,“ antwortete ich. Er bestellte das Buch und als ich es etwa zur Hälfte gelesen hatte und bei der unterschiedlichen Behandlung der Brüder in Malawi und Mexiko angekommen war, stand mein Entschluss fest:
Nicht eine Sekunde länger würde ich bei diesem verlogenen Verein bleiben ! Ich schlief noch eine Nacht darüber und verfasst am nächsten Tag mein Ausstiegs-Schreiben, das ihr hier lesen könnt :

ZJA - Ausstiegsschreiben Bl. 1

Seite 2 von 2 :
ZJA - Ausstiegsschreiben Bl. 2

Jahre später habe ich mich auch von jeder monotheistischen Religion verabschiedet. Damals jedoch habe ich mich auf die Suche gemacht und unglaublich viele Bücher gelesen. Manchmal kam ich mit 10 oder mehr Büchern heim,  die ich als Zeugin niemals hätte lesen dürfen.  Abgesehen einmal davon, dass ich mich heute als Anti-Theistin bezeichne,  hat mein Schreiben aus 2001 nichts an Aktualität verloren.

Margit Ricarda Rolf

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Über Ricarda

Ich war 15 jahre lang eine Zeugin Jehovas und helfe seit 2004 Zeugen Jehovas beim Ausstieg und der Verarbeitung ihrer Sektenzugehörigkeit. Daneben beantworte ich gern alle Fragen rund um die zeugen jehovas, helfe Menschen, die sich von Zeugen Jehovas belästigt fühlen und solchen Personen, deren Angehörige bei den Zeugen sind oder Gefahr laufen in die Sekte zu geraten.
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Ein Kommentar zu Verlassen der Gemeinschaft – Mein Ausstiegsschreiben

  1. Grace sagt:

    Hallo,
    ich habe den Artikel von Ricarda Wolf gelesen. Ich habe an ähnlichen Punkten gestanden. Nach 25 Jahren Zeugin Jehovas vom 19- 44 Lebensjahr bin ich zeugin gewesen und möchte die Organisation verlassen. ich verspüre weder hass noch Bosheit gegen die – ich habe noch einige Freunde dort. Mein Gespräch ist in der letzeten Augustwoche mit einem Ältesten und dem zuständigen Kreisaufseher. ich bin von meinem mann sexuell missbraucht worden und habe ihn nach 23 Jahren angezeigt. Hilfe ist mir nie zuteil geworden. Mir ist immer gesagt worden – warte auf Jehova bis er die sache löst. Ich denke die wissen bescheid obwohl ich jahrelang eine klärung heibeiführen wollte. Sie wollten nicht wegen der zwei zeugen regel.Die war immer wichtiger als mein Leben und ich, da ich jahrelang stark suizudal war aufgrund der situation. Ich brauche dringend hilfe und hoffe diese zu finden . meine Email haben sie ja jetzt. Bitte um Rückmeldung am liebesten würde ich mit Ricarda sprechen. Danke für das Zuhören

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