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Autor Thema: Brauche bitte dringend Rat!!!  (Gelesen 22229 mal)
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colina3
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« am: 26. Mai 2012, 20:47:51 »

Hallo!

ich hoffe, ich darf trotzdem in Eurem Forum sein, auch wenn ich kein ZJ war/bin.

Ich habe mich in ein Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft verliebt.
Obwohl wir aus 2 verschiedene Welten stammen, hatten wir sofort eine spezielle Verbindung zueinander.
Er will sich scheiden lassen und  aussteigen, schafft es aber auf Grund der Familie nicht. Will sie nicht verlieren.
Aber er hat ständige Depressionen und zweifelt an allem.
Habt Ihr einen Rat für mich? Was kann ich noch tun, um ihn bei zu stehen? Wenn ich das Thema Ausstieg anschneide verschließt er sich oft. Meint auch er sei ein Egoist.
Was kann ich tun?

Liebe Grüße
Colina
« Letzte Änderung: 29. Juli 2012, 12:52:23 von colina3 » Gespeichert
Ricarda
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« Antworten #1 am: 26. Mai 2012, 21:07:56 »

Hallo Colina,

mach dich mit der Denkweise der Zeugen über Ehe, Ehebruch, Trennung, Scheidung vertraut, damit du verstehst, was in ihm vorgeht. Er lebt in der Angst Gottes Anerkennung zu verlieren. Wenn er nicht bereit ist, sich mit Glaubensinhalten auseinanderzusetzen, hast du keine Chance.
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Kety
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von 1986 bis1998


« Antworten #2 am: 27. Mai 2012, 12:45:05 »

Hallo Colina,
solche Berrichte sind so typisch und doch jeder Berricht immer wieder aufs neue Tragisch. Ich denke wenn du dich durch diese und andere Foren ließt wirst du sehen dass du nicht alleine bist.

Deine Frage nach Rat:
Das aller aller wichtigste ist für dich Selbstschutz. Bevor du vor die Hunde gehst nimm die Finger von dem Man auch wenn es schwer fällt. Du kannst niemanden aus den ZJ-Kreisen rausziehen. Genauso wenig kann mann einen Suchtkranken Menschen heilen, das kann nur derjenige der in der Situation ist selber tun. Ich hoffe du verstehst was ich meine auch wenn mein Vergleich etwas hinkt.

Vielleich damit du ein bisschen verstehst was in ihm vorgeht. stell dir vor die Situation währe andersherum. Du müsstest dich entscheiden zwischen deiner Familie und all deinen Freunden und ihm. Beides geht nicht! Und eine Versöhnung mit den Freunden und der Familie ist auch in vielen vielen Jahren sehr sehr unwarscheinlich sobald du dich für ihn entschieden hast.

Vielleicht würde es helfen wenn er sich hier im Forum  mal unschauen würde und sehen könnte das es Menschen gibt wie ihn, er also nicht alleine ist.
Mir hat dieses Wissen sehr geholfen, allerdings war ich erst 11 Jahre nach meinem Ausstieg soweit das ich den Mut aufgebracht habe mich auf solche Foren wie dieses einzulassen.

lg kety
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Ricarda
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« Antworten #3 am: 27. Mai 2012, 13:42:49 »

hallo Kety, Süße...

du weißt, dass das kaum vorkommt. Das wäre ein Wunder.

Du hast so etwas erlebt und andere hier auch. Aber im Normalfall gilt: Abgrenzen; Alternativen setzen; egoistisch sein, um zu überleben..

Ich freue mich immer wieder, wenn ich von dir lese und dein Kind und du, das ist einfach wunderbar. Das wünsche ich jedem Ex-ZJ.

Es wird bestimmt wieder Treffen geben zum Austausch. Das hat uns gut getan und wird auch andern helfen

Ich wünsche jedem Ex-ZJ, dass er die Zeugen hinter sich lässt. Für mich sind sie inzwischen sehr weit weg. Das merke ich immer wieder, wenn hier jemand anruft.
Oder ich bin inzwischen sehr weit weg.

Dennoch glaube ich, dass unsere Arbeit wichtig ist. Wir müssen einfach neue Wege finden.
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colina3
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« Antworten #4 am: 27. Mai 2012, 14:01:01 »

Hallo!

Danke für eure Antworten!
Ich weiß, dass er das alleine schaffen muss, aber jetzt da er das andere Leben auch kennt, ist er noch wahrscheinlicher noch unglücklicher.(Meine Schuld!)
Wie gesagt er wollte schon vor einiger Zeit aussteigen und seine Frau will ja die Scheidung..
Das verursacht wiederum Druck. Er bekommt einfach von allen Seiten Druck und darum vermeide ich es und gebe mich mit dem zufrieden was wir haben. Ich denke er braucht Zeit und die will ich ihm geben.
Ich weiß was Scheidung etc. bedeutet rein emotional.
Er zweifelt an so vielen Sachen , hätte soviele Möglichkeiten gehabt ohne Glauben . Aber er hängt so an seiner Familie.
Ich könnte mir auch an Leben an seiner Seite vorstellen wenn er im Glauben bleibt und geschieden ist. Wir dürften uns nicht öffentlich zeigen wie auch jetzt schon.
Das Problem ist, dass ich ihn nicht lassen kann, das wäre für mich wie im Stich lassen. Er sieht die Sache eigentlich sehr real und meint er macht mich nur unglücklich und entschuldigt sich dann immer wenn er wieder sehr distanziert und ruppig zu mir war.
Und ich liebe ihn und will für ihn da sein, natürlich mit gewissen Abstand, da ich ja auch Verantwortung mich trage.

Habe große Hochachtung vor Euch allen, die den Ausstieg geschafft haben, da ich jetzt ein wenig Ahnung habe, wie viel psychischen Schmerz und Druck Ihr ertragen müsst/musstet!!!!!

Liebe Grüße
Colina

« Letzte Änderung: 07. Juni 2012, 20:21:49 von colina3 » Gespeichert
Kety
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von 1986 bis1998


« Antworten #5 am: 27. Mai 2012, 14:25:52 »

Hi Colina,
lass den Gedanken, das es ihm schlecht geht wegen dir, sein!!! Bei den ZJ heißt es: Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um.

Er hätte schon den aller ersten für "weltliche" super Harmloser Kontakt (Kaffee trinken) mit dir garnicht eingehen dürfen. Er hat es getan, weil er die Erfahrung machen wollte!!! Das jetzt die sch... über ihn zusammenklatscht damit hat es nicht gerechnet. Damit hat keiner von uns gerechnet....

Es ist hart, aber schmerz gehört zum leben dazu. Das ist eine erfahrung die mann als ZJ nicht wirklich macht.... Denn Schmerz bedeutet nicht genügend Glauben zu haben, also mehr anstrengung im Glauben kein schmerz mehr (klar habe dafür auch garkeine Zeit mehr)
Wer schwanger ist bekommt ein Kind. Und auch wenn ich mich gegen das Kind entscheide gibt es keine schmerzfreie weise das Kind wieder los zu werden....
Dein freund geht mit dem Ausstieg-schwanger....

@Ricarda,
Jemanden rausholen wollen ist genau wie die Biebelstudien. Ein mega Kraftakt.... Smiley

« Letzte Änderung: 27. Mai 2012, 14:46:39 von Kety » Gespeichert
colina3
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« Antworten #6 am: 27. Mai 2012, 14:44:27 »

Liebe Kety!

Gibt es gar keine Hoffnung, dass er es schafft?
Er hinterfragt soviele Sachen und nimmt sie auch von mir an.
Habe ihn auch auf Kindermissbrauch angesprochen und er hat sich mit dem Thema beschäftigt, sich eine Doku im Fernsehen angeschaut, hat ihn sehr erschüttert...
Und er findet ja das normale Leben mit mir schön, dass alles bringt seinen Glauben immer mehr ins Wanken...

Wie hast es Du geschafft bzw. wielange hast Du dazu gebraucht?

LG
Colina
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Kety
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von 1986 bis1998


« Antworten #7 am: 27. Mai 2012, 16:57:28 »

Hi Colina,
es gibt mitlerweile mehr Ex-Zj als aktive ZJ, von daher besteht immer eine chance da raus zu kommen.

Ich war 18 Jahre als ich da raus bin. Mein Vorteil war ganz klar mein jugendlicher Leichtsinn und ein Vater zu dem ich bis zu meinem Ausstieg keinen Kontakt hatte der aber mich in der schweren Zeit aufgefangen hat.

Jemanden zu haben der da ist ist wichtig, du bist für ihn wichtig. Jetzt kommt aber das große ABER Er muss den Schritt tun er muss den Mut haben und es wollen. Du kannst ihm Impulse geben so wie du es tust aber du kannst ihn nicht rausreißen. Ich finde den Ausstieg mit einer geburt zu vergleichen sehr passend. Denn du bist bei dieser Geburt der Mann. Du bist durch deine Anwesenheit wichtig und hilfreich aber du kannst außer einfach nur da sein nichts tun.... Verstehst du was ich meine?
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colina3
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« Antworten #8 am: 27. Mai 2012, 18:42:38 »

Hi Kety,

Ja, ich verstehe dich sehr gut, so ähnlich habe ich mich auch bis jetzt gesehen.
Ich war da für ihn, haben aber auch seinen Glauben nie schlecht gemacht, weil ja grundsätzlich an Gott zu glauben nichts schlechtes ist, nur die Institution passt nicht.
Er empfindet dass auch so. Anfangs hat er schon gesagt, wenn er fällt und ich bin sein Netz ist alles gut. Jetzt sagt er aber öfters er ist nicht so stark, wie er gedacht hat und er hätte mich nicht verdient.
Ich bin immer für ihn da, er meint auch ich bin die einzige ,die ihn wirklich versteht und liebt.
Zum Beispiel hatte er eine Kieferoperation und sehr damit zu kämpfen, weil er falsch von Familienzahnarzt behandelt wurde. Nächtelange Schmerzen über Wochen, war auch in dieser Situation für ihn da und hab für ihn einen anderen Zahnarzt gesucht und mir große Sorgen um ihn gemacht. Das alles war er bis dato nicht so gewöhnt, dass sich jemand in dieser Weise um ihn kümmert. Vor allem wundert er sich jedes mal aufs neue, dass ich ihn nicht ändern möchte, seine ganze Familie einschließlich seiner Frau möchten das.

Danke Kety für Deine Antwort, hat mir schon geholfen und wieder ein bisschen Mut gemacht! Und wußte nicht dass es so viele Ex-Zeugen gibt!!!!

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Kety
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von 1986 bis1998


« Antworten #9 am: 27. Mai 2012, 18:56:39 »

vielleicht ein bisschen zum verständniss und wie ich es erlebt habe. Ich weiß das meine Mutter mich geliebt hat!
Aber was mir fehlt ist das gefühl der bedingungslosen liebe. Das was als Kind eigentlich selbstverständlich sein sollte fehlt. Schon ein Kind bei den ZJ bekommt in der Versamlung mit, dass mit Menschen die keine ZJ mehr sein wollen, keinen Umgang mehr gepflegt werden darf und es so auch gehandhabt wird.
Das bedeutet, dass dir klar ist das jede Freundschaft und jede Liebe endet sobald du nicht mehr bist wie du sein sollst.

Von daher schenkst du ihm etwas sehr sehr wertfolles. Du lebst ihm vor, dass er sein darf wie er ist. Eine lektion für die ich jahre gebraucht habe und  laut meinen Partner habe ich das immer noch nicht vollständig verinnerlicht....

Das Buch, der Gewissenskonflikt von Raymond Franz ist lohnenswert. Allerdings wird es dich beim lesen sehr langweilen und es ist fraglich ob er sich traut das Buch zu lesen aber es ist DAS Aussteigerbuch.
« Letzte Änderung: 27. Mai 2012, 19:03:59 von Kety » Gespeichert
colina3
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« Antworten #10 am: 27. Mai 2012, 19:49:38 »

Ja Kety, so empfinde ich es auch mit der bedingungslosen Liebe, wir haben auch darüber gesprochen.

Da ich selbst Mutter bin, habe ich ihm schon öfters gesagt, dass ich das nicht verstehe mit dem Ausschluss. Denn was immer meine Kinder auch tun, ich werde sie immer lieben und immer für sie da sein. Und das die Mutterliebe vor jeder anderen Liebe kommt, auch vor der zu Gott. Er findet das auch richtig, aber kennt das nicht so. Was mir auch auffällt, dass er sich immer für alles die Schuld gibt und sich tausendmal entschuldigt. Auch bei seiner Ehe sagt er er hätte sich ändern müssen und an sich arbeiten um seine Frau glücklich zu machen. Nur diese Ehe war von Anfang an zum Scheitern verurteilt und in den Jahren haben sie sich immer mehr auseinandergelebt und beide psychisch bedingte Krankheiten bekommen.

Danke für den Buchtip!! Werde ich sicher lesen, aber ich weiß nicht ob ich ihm das Buch geben soll...
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Ricarda
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« Antworten #11 am: 28. Mai 2012, 09:28:02 »

@Kety

Den Ausstieg mit einer Geburt zu vergleichen, darauf kann nur eine Mutter kommen Zwinkernd Ich würde ihn aber mit einer schweren Geburt vergleichen.

Der Ausstieg hat auch etwas von Sterben und Wiedergeburt. Wer die Zeugen verläßt, verliert sein gesamtes soziales Netzwerk und muss sich alles neu aufbauen.

Eine meiner Lieblingsschwestern erklärte nach ihrem Ausstieg: "Das sind keine Freundschaften. Das sind Zweckgemeinschaften."
Wer sich das bewusst macht, dem fällt es leichter, Abschied zu nehmen.
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« Antworten #12 am: 28. Mai 2012, 14:54:04 »

Ja, Freundschaften gibt es nicht unter den ZJ.

Zweckgemeinschaften ist die richtige Beschreibung... Traurig
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Selbst denken! Sich an die Stelle jedes anderen denken! Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken!

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« Antworten #13 am: 29. Mai 2012, 19:34:39 »

Liebe Colina,

ich denke viel schlimmer als die angeblichen "Freunde" zu verlieren ist es, die ganze Familie zu verlieren. Das ist eigentlich unerträglich und das hält wahrscheinlich deinen Freund noch zurück. Jesus hat schon darauf hingewiesen, dass es den aufrichtigen Menschen passieren kann, dass sie die Gemeinschaft mit der Familie verlieren. Was aber deinem Freund helfen könnte, die Kraft dafür zu bekommen, wäre die Gewissheit, dass Gott ihn wie einen verlorenen Sohn aufnehmen und lieben würde, wenn er die Zeugen Jehovas verlässt. Die Lehren und Praktiken der Zeugen Jehovas stehen in sehr vielen Punkten im krassen Gegensatz zu dem Geist der Liebe, wie ihn Jesus und die Apostel gelebt und gepredigt haben. Niemand wird in Harmagedon für immer vernichtet werden! Das ist eine ganz fürchterliche Lüge, die bei den so geprägten Menschen genauso schlimme oder noch schlimmere psychische Schäden anrichtet wie die Lüge der anderen Christen von der Hölle, nämlich tiefe Ängste, die das ganze Leben beherrschen. Im Gegensatz dazu schreibt Paulus ganz klar und eindeutig, dass Jesus für alle Menschen gestorben ist und deswegen auch alle Menschen auferweckt werden (siehe z.B. 1. Kor. 15:22), unabhängig davon, welchen Glauben sie jetzt haben oder nicht haben. Die Liebe von Jesus zu den Menschen war und ist eben auch bedingungslos. An seine engsten Mitarbeiter, die wie er freiwillig ein Leben der Aufopferung leben wollen, hat er natürlich gewisse Anforderungen gestellt, aber nicht an die Menschheit im Allgemeinen.
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« Antworten #14 am: 30. Mai 2012, 07:37:34 »

@ Ricarda
auf den Vergleich bin ich gekommen nachdem ich nach 24 Stunden Kreissaal dachte: sch... ich wuste ja das es weh tun wird aber das es sooooo weh tut...... huch den Gedanken kenne ich doch woher! :-)

@ Martinek
das ist ein schöner Gedanke!!!!

@colina
ich habe lange nachgedacht ob du ihm das Buch geben sollst oder nicht. Vielle haben das Buch gelesen und sind daraufhin raus bei den ZJ. Ich allerdings hätte das Buch relativ kurz vor dem Ausstieg nicht gelesen, ganz einfach weil es von einem Abtrünnigen (sind ehemalige ZJ die jetzt gegen ZJ arbeiten/schlecht reden) geschrieben wurde.

Allerdings weiß ich auch nicht wie lange du noch diese zerreißprobe aushältst. Von daher würde ich dir Raten das du ihm das Buch gibst nachdem du es gelesen hast. Er muss über viele Verbote hinwegtrampeln wenn er da raus will. Wenn er es nicht lesen will, dann ist er den Ausstieg noch nicht so nahe wie du erhoffst. Dann kannst du für dich deine Rückschlüsse ziehen und dir überlegen wieviele Reserven du noch hast und wieviel du davon noch berreit bist auszugeben.

ich wünsche dir alles alles gute!
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Ricarda
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« Antworten #15 am: 01. Juni 2012, 22:31:15 »

@Kety

sehr schön auf den Punkt gebracht
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colina3
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« Antworten #16 am: 01. Juni 2012, 23:48:36 »

@Martinek:Danke für Deine Gedanken, meine Überlegungen sind ähnlich und ich habe sie schon des öfteren bei Gesprächen mit meinem Freund einfließen lassen.

@Kety: Ja, kann den Vergleich zu Geburten sehr gut nachvollziehen. Bei meinem Sohn waren es 38 Stunden Wehen. Und bei meiner Tochter
18 Stunden mit 4,5kg  Geburtsgewicht. ich hatte 2 sehr schwere Geburten.
ich habe Geduld und auch Ausdauer , weil ich für einen Menschen noch nie soviel empfunden habe wie für ihn. (außer für meine Kinder, aber das ist eine andere Art von Liebe)  
Es gibt natürlich Zeiten, in denen man zweifelt, aber die schönen Zeiten überwiegen und geben uns beide wieder Kraft an dem festzuhalten was wir haben. Es ist so wie bei Seelenverwandten, noch nie hatten wir beide zu einem anderen Menschen soviel Vertrauen und Nähe.
Ich habe jetzt 6 Monate große Kraft aufbringen müssen und um ihn gekämpft und ihn mitgetragen und jetzt wo bei mir erste Schwächeerscheinungen auftreten, da auch mein Leben nicht ganz einfach ist, gibt auch er mir Kraft.

Danke Kety für Deine liebe Wünsche!!!



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Vertemnum
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« Antworten #17 am: 19. Juni 2012, 12:59:43 »

Hallo Colina

Ist er ehrlich zu dir?
Meinst du nur er wäre ehrlich?

Wenn er sagt, 

er dich nicht verdient hätte,
und lieber wieder gehen möchte ,
und wenn er hin- und hergerissen ist ,
und sagt er liebe dich,

ist es dann wegen dieser Religion oder weil er sich deiner nicht sicher ist?
Warum muss Religion und das Bilden einer Lebensgemeinschaft abhängig sein?

Ein Zeuge Jehovas zu sein bedeutet vollkommen an der Brust der selbsternannten Zeugen Jehova-Regierungsmutter zu hängen.
Der geistige Quark dieser selbstgerechten Sippe bestimmt das gesammte Leben und macht ihre Anhänger zu Zombies.

Davon weg zu kommen ist ein echt mieser Prozess und dauert ekelhaft lang. Dabei gibt es soviel wirklich liebe Menschen unter ihnen.

Manche brauchen eine andere Brust (Religion) um weg zu kommen. Wieder andere schaffen das mit purer Logik und nüchterner Analyse der Realität. Andere brauchen einen Schock oder ein Trauma.

Es bleiben auf jeden Fall zumeist Menschen übrig die seelisch verkrüppelt sind und manche nehmen sich im Extremfall das Leben.

Da ist das ZeugenJehova-geistige Drogenkartell auch nur eines der Hydraköpfe. Da hättest du dir auch einen Mormonen, Babtist oder Muslim oder so aussuchen können.  Extreme gibt es überall.
Mich hat das dazu geführt, dass ich Religion als Droge fürs Volk empfinde.

Leider ist sowohl die Liebe als auch der Hass ein gleichstarkes Gefühl und kann nicht erzwungen werden und auch noch ohne weiteres nicht abgeschafft werden. Das ist und bleibt ein Prozess!
Diese kranke Bibelbüchersammlungausleger behauptet etwas anderes: Du musst deinen Gott lieben. Du musst .bla bal." Zwangsliebe.... eingeredet und ins Hirn gepresst.

Wenn du ehrlich zu dir selbst die Fakten analysierst dann siehst du ob sich deine Investition in diese Liebschaft rentiert.
Willst du diese lange Zeit für den Prozess opfern? Für eine Liebe die am Schluss auch zugunsten dieser Psychosekte ausgehen kann?

Als ehemaliger Zeuge Jehova habe ich gelernt ganz tief in der Psyche mit Wahrheit, Halbwahrheit und Wahrheitsinterpretation zu argumentieren und dabei ein noch so verrücktes und krankes Bild zu rechtfertigen. Da gehört auch Selbstbetrug dazu.
Ein einfaches ist es nun genau diese Tricks in einer menschlichen Beziehung anzuwenden. Ein gefährliches und selbst rechtfertigendes Instrument um sein eigenes Entscheidungsunvermögen zu rechtfertigen. Meinst du dein Partner ist davon befreit? Meinst du es? Kannst du es wissen? Frag ihn mal ob er auch erhlich zu sich selber sein kann? Woher kommt seine Entscheidungsschwäche? Das ist Angst. GEnau diese Giftwurzel die ihm von den Psycholeuten eingepflanzt wurde.
Zweifel ist vom Teufel also darf er dir gar nicht zuhören?

Ich habe meine Familien verloren und vieles mehr. Aus mir spricht eine Mischung aus Hass und Unverständnis. Irgendwie um die 15 Jahre habe ich gebraucht um von diesem Mist wegzukommen. Ich war auch lange Jahre hin und hergerissen. Ein nach Antworten Suchender.
Mein Kommentar soll dich animieren mit nüchternem Verstand an die Sache zu gehen und dies von deinem "Partner" schlichtweg zu verlangen. Er soll mal selber denken und selber leben- nicht leben lassen. Wenn er dich wirklich liebt geht er die Sache nicht halbherzig an.
Mit dem Rauchen kann kein Mensch stückchenweise aufhören. Entweder ganz und mit den Folgenerscheinungen auseinandersetzen oder rückfällig werden und im endlosen Machtkampf versagen.

Gefühlsmässig sind die allermeisten in diesem Thema sowieso fast machtlos. Er wie du. Also nützt da reden nicht so viel.
Die Drogenbosse verlangen von deinem Partner er soll sich zwischen der Liebe seines ganzen bisherigen Umfelds inklusive Familie  und auf der anderen Seite dir entscheiden. Wie soll dass über Gefühle entschieden werden können?
 
Ich kann meiner abgrundiefen Abneigung gegen diese Machenschaft keine Worte finden die das auch nur annähernd beschreiben kann.
Das ist die von geistesgestörten irren Menschen "Erpressermentalität des lieben Gottes, der ja ach so interessiert ist an seinen Schafen".
Wahnwitzige krankhafte Ausleger einer in Frage zu stellenden Bibel.

Dein Partner ist in diesem Sinne "auf Droge".
Der Vergleich gibt dir viele Möglichkeiten der Parallele. Denk mal zusammen mit ihm nach. Beschäftigt Euch mit der Realität und nicht "Prinzip Hoffung" = Religion.
Ich bezweifle dass es ein Schrecken wäre, wenn er sofort mit den Drogenbaronen bricht gemäss dem Sprichwort: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein schreckliches Ende.
Das schreckliche Ende wäre in dieser "twilight zone" der Unentschlossenheit weitere Jahre des Lebens zu verlieren.

Sorry für die harte Worte. Du hast um Hilfe gebeten. Ich habe das jetzt nicht liebevoll eingepackt.
Von der Sekte loszukommen ist auch nichts liebevolles. Das ist harte Arbeit. Ich wünsche dir alle Kraft die ein Mensch für sowas aufbringen kann.

Lieben Gruss
vom Markus
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« Antworten #18 am: 20. Juni 2012, 14:11:06 »

@Ricarda

Zitat
Dennoch glaube ich, dass unsere Arbeit wichtig ist.

Mehr als das!!!  Zwinkernd  Ich war zwar nie Z.J. aber ich interessiere mich für die Machenschaften der Zeugen und auch anderen Sekten. Vor allem freut es mich wenn sich unsere Bemühungen lohnen.Letzten Monat bekam ich von einem Kumpel folgende Nachricht :
Zitat
du, ich brauche deine hilfe. ein arbeitskollege hat mir erzählt, dass seine frau und sein 14 jähriger sohn während er auf der arbeit war, sich mit den ZJ verbündelten.

Jetzt will er alles dran setzen, den sohn wieder da raus zu bekommen. hast du mir seiten im netz, deutschland oder schweiz, was auch immer, oder eine gesellschaft, die sich für solche fälle einsetzen? ich suche selber gerade was in der schweiz, aber finde nichts....er muss unbedingt handeln, morgen hat er ein gespräch mit den ZJ und der frau und seinem sohn, aber wir wissen ja wo es hinläuft, wenn da kein experte vor ort ist.

Ich habe ihm als allererstes die Tel. Nr. von dir gegeben.

Letzte Woche erhielt ich dann diese Nachricht :
Zitat
Er hat mir nach Erhalt der Infos von uns mit mir telefoniert. Er hat sich sehr gefreut und sich bedankt. Er hat Ricarda auch schon angerufen und bekommt Hilfe von Ex Zeugen aus der Schweiz. Er wird mich informieren wenn der Prozess erfolgreich war. Nächste Woche werde ich ihn mal versuchen zu erreichen. Ich geb dir dann auch Bescheid.

und ich geb dir bescheid.  Zwinkernd
« Letzte Änderung: 20. Juni 2012, 14:13:57 von Zorra » Gespeichert
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« Antworten #19 am: 04. September 2012, 12:34:33 »

Markus:

Danke, genau diese Worte habe ich nie gefunden um zu beschreiben was diese wahnwitzige Sekte ist und mit Menschen anrichtet. Man kommt wahrscheinlich nie ganz davon los, aber man kann sich soweit befreien, um ein glückliches Leben zu führen.

Zorra:

Er hat jahrelange Gehirnwäsche hinter sich. Extreme Ängste und keinen eigenen Willen. Den hat man ihm genommen, den muss er finden, wenn er weg will, er alleine muss das entscheiden, er alleine muss weg. Du kannst nur wie bei einem Marathonläufer am Rand stehen und im "Wasser" reichen und im dann im Ziel auf ihn warten. Wenn er es ins Ziel schafft, wird er dich brauchen noch mehr als jetzt, dann kommen noch mehr Ängste  und Gedanken ob es das "Richtige" war, Depressionen alles verloren zu haben etc. Du musst dich fragen, ob du diese Stärke hast. Gib im Liebe, wirkliche Liebe hat er nie erfahren. Zeig ihm die "Freiheit" zu denken was man will und lehr ihn dass er frei denken "darf" ohne bestraft zu werden. Die Freiheit wird ihn glücklich machen! Alles Gute! Ich hatte Gott sei Dank einen Menschen der mir beigestanden hat. Ich war zwar von der Sekte weg, aber emotional und gedanklich noch immer gefangen! Es dauert lange, sehr lange!

LG Sam

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« Antworten #20 am: 04. September 2012, 14:03:58 »

Sorry, der zweite Absatz war für Colina nicht Zorra...
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« Antworten #21 am: 05. September 2012, 11:40:39 »

Zitat
und ich geb dir bescheid.

Mittlerweile hat sich das Österreichiche Jugendamt eingeschaltet und es scheint sich dort einiges zu tun.  Smiley
« Letzte Änderung: 14. September 2012, 15:28:00 von Zorra » Gespeichert
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