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Autor Thema: Gemeinschaftsentzug  (Gelesen 44956 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Desterny
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« am: 06. Januar 2010, 16:01:58 »

Der Gemeinschaftsentzug ist die Exkommunikation eines Glaubensgenossen.

Bei den ZJ ist diese Strafe gleichbedeutend mit dem "geistgen Tod", der Vernichtung an Harmagedon.
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Ricarda
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« Antworten #1 am: 06. Januar 2010, 16:52:52 »

Der Gemeinschaftsentzug wird ausgesprochen, nachdem ein Rechtskommitee, das aus drei Ältesten besteht, festgestellt hat, dass ein Sünder, der mit seiner Sünde konfrontiert wird, nicht bereut. Er wird öffentlich in der Versammlung bekanntgegeben, mit der Folge, dass niemand mehr Kontakt zu der Person haben darf, sie nicht einmal mehr grüßen oder mit ihr essen darf. Das gilt auch für enge Verwandte und eine Person, die im Haushalt lebt. Man spricht nur noch geschäftsmäßig das Allernotwendigste.

Äußert sich ein Sünder nicht als schuldig, bestreitet womöglich eine Sünde begangen zu haben, dann erfolgt der Ausschluss auf das Zeugnis von zwei Zeugen hin und ggf. als Anscheinsbeweis. Im Zweifel gegen den Angeklagten! Das Rechtskommitee ist Vertreter des göttlichen Gesetzes (Legislative), Ankläger (Staatsanwaltschaft/Exekutive) und Richter (Judikative) in Personalunion.

Wird eine Person denunziert, hat sie keine Möglichkeit den Gemeinschaftsentzug zu verhindern, denn einen Verteidiger (Beistand) gibt es nicht, nicht einmal bei minderjährigen getauften Kindern durch die Eltern.
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Martinek
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« Antworten #2 am: 06. Januar 2010, 21:58:44 »

Ist diese Praxis nicht fürchterlich. Mit Gott, Jesus und der Bibel hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Eigentlich könnte man sogar froh darüber sein, von solch einer "Gemeinschaft" ausgeschlossen zu werden. Äußerst tragisch dabei ist nur, dass sogar die Eltern sich von ihren eigenen Kindern distanzieren sollen. Ich bin selbst mit 9 Jahren ein Scheidungskind geworden und weiß was es heißt, von einem Elternteil getrennt zu werden. Aber es hat mir keiner Verboten, den Kontakt mit dem Vater aufrecht zu erhalten. Trotzdem war es schon schlimm genug. Aber wenn beide Eltern sich von ihrem Kind aus "religiösen" Gründen distanzieren und dem Kind die Vernichtung in Harmagedon prophezeien ist das eine Katastrophe - ein tiefes psychisches Trauma.
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Ricarda
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« Antworten #3 am: 07. Januar 2010, 12:32:42 »

Genau Martinek.

So etwas ist nicht mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren, dass die Familie unter einen besonderen Schutz stellt. Das ist verfassungswidrig und steht der Anerkennung der Zeugen Jehovas als Körperschaft des Öffentlichen Rechts entgegen. Nur leider begreifen das bisher weder die Gerichte, noch die staatlichen Sektenbeauftragten.

Eigentlich müßte jeder Ex-Zeuge von der Gesellschaft Schadensersatz fordern. Das habe ich der Gesellschaft angedroht. Nur leider finde ich keinen Anwalt, der bereit ist, sich in die Materie einzuarbeiten. Und Ex-Zeugen, die so stabil sind, dass sie sich einen Musterprozess zumuten können, habe ich auch nicht. Das ändert sich, wenn der Verein gegründet ist.
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offthehook
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« Antworten #4 am: 07. Januar 2010, 12:43:13 »

Zitat:
Äußert sich ein Sünder nicht als schuldig, bestreitet womöglich eine Sünde begangen zu haben, dann erfolgt der Ausschluss auf das Zeugnis von zwei Zeugen hin und ggf. als Anscheinsbeweis. Im Zweifel gegen den Angeklagten! Das Rechtskommitee ist Vertreter des göttlichen Gesetzes (Legislative), Ankläger (Staatsanwaltschaft/Exekutive) und Richter (Judikative) in Personalunion.

=================================================================

Auf diese Weise erfolgte mein Ausschluss...
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Ricarda
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« Antworten #5 am: 07. Januar 2010, 13:06:57 »

Mit dir würde ich gern einen Musterprozess führen. Verlust der Tochter und des sozialen Umfeldes durch den Gemeinschaftsentzug. Was ist das wert in Schadensersatz und Schmerzensgeld? Wieviel Wert ist es, wenn ein Vater sein Kind nicht aufwachsen sieht, pro Jahr, pro Monat, pro Woche, pro Tag, pro Stunde?

Wie wirkt es sich auf die Gesundheit aus, körperlich und psychsich? Welcher Schaden entsteht und wie berechne ich den Schadensersatz? Wie mißt man das in Euro? In Dollar geht das einfacher Zwinkernd Haftet die Gesellschaft oder haften die Ältesten des Rechtskommitees als Erfüllungsgehilfen persönlich ebenso? Wie ist das mit dem Innen- und außenverhältnis. Haftet die Gesellschaft und fordert das dann im Wege des Regresses von den Ältesten zurück.

Das wären doch alles hochinteressante juristische Fragen.
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Kety
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« Antworten #6 am: 07. Januar 2010, 17:08:08 »

ich hatte einen recht großen aha Efekt an meiner letzten Fortbildung. es ging darum das jeder Mensch in sich Introjekte hat die sehr stark wirken. mann richtet sich automatisch danach um sich Sicher zu fühlen. Ein Introjekt kann zum beispiel sein:
-Sei immer höflich und zuvorkommend sonst erreichst du nichts.
- du musst nett sein, sonst mag dich keiner
- wenn ich es nicht mache macht es keiner.

Wir haben also beleuchtet warum wer von uns welches Introjekt hat. Klar mein stärkstes war: sei immer nett, sonst mag dich keiner. Interessanter weise waren in der Gruppe noch drei frauen die das selbe Introjekt für sich gewählt haben. Als es darum ging mal rauszufinden welches gefühl dahinter steht, war bei den anderen beiden sowas wie: dann bekomme ich leichter was ich will oder auch ich gehöhre dann dazu, ander sind dann auch nett zu mir...

Ich konnte für mich nur ein einzigstes Gefühl dahinter entdecken und das war : ANGST! Klar Introjekte werden in der Kindheit gebildet. Wenn ein ZJ nicht lieb ist besteht die Gefahr das der "Ausschluß" mal an dir geprobt wird. Ein Kind weiß Instiktiv das ist nicht nur Unangenehm sondern Potentiel Lebensgefährlich....

Wenn mein Lebensgefährte und ich streiten und er schweigt einfach... das geht garnicht.. ich kann das nicht aushalten...
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Karin Busack
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« Antworten #7 am: 07. Januar 2010, 17:58:23 »

Introjekte, nie gehört, aber interessant.

Willkommen in Club, Kety. Meine Introjekte sind die gleichen, wie bei dir. Nur, Angst ist es nicht mehr, aber lieb und nett sein, schon. Ob man mich mag, ist mir mittlerweile nicht mehr so wichtig, weil die Menschen, die mich mögen sollen, suche ich mir aus. Bald wir dir das auch so gehen.

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ichbinich
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« Antworten #8 am: 07. Januar 2010, 18:10:28 »

Hm, wenn ich diese Introjekte lese, ist es, als würde ich mich in den Spiegel sehen. Wobei ich erst nachdenken muss, ob Angst der einzige Auslöser ist. Hm, wahrscheinlich eine gewisse Verlustangst, aber auch ein gewisser Hang zu Perfektionismus und Geltungsdrang.
Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr denke ich,dass man doch eine gewisse charakterliche Anlage auch haben muss,die dann durch Konditionierung besonders befruchtet wird. Denn z.B.meine Schwester, die jadoch auch die ZJ erlbt hat,hat all diese Introjekte nicht, ist aber von Haus aus selbstbewusster und auch egoistischer.
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Kety
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« Antworten #9 am: 07. Januar 2010, 18:31:41 »

Hi Karin und ichbinich

Wie gesagt die Fobi ging fast ausschließlich um die Bildung von Introjekten. Da manche Introjekte auch bewirken, dass mann nicht erreicht was man sich Vorgenommen hat... hat also nicht unbedingt etwas mit Willensschwäche zu tun, wenn mann bestimmte sachen einfach nicht schafft...

Introjekte entwickeln sich in der Kindheit, es sind "Weisheiten" die einem beigebracht wurden oder die mann für sich selber Entdeckt hat. Natürlich spielt bei der Entwicklung von Introjekten der Charakter, das Umfeld und der Zeitfaktor eine große Rolle.

Als Beispiel:
Ein Kind wird von einem Hund gebissen. Es kann zu dem Introjektbildung kommen: Fasse keine Tier an, die sind Gefährlich... Oder aber zu der Erkenntniss: Ah dieser Hund mag es nicht wenn ich mich von Hinten anschleiche um ihn zu streicheln....

Einmal hat sich ein Schutzfunktion gebildet die unter umständen irgendwann man Hinderlich wird. (Ich gehe nicht mehr aus dem Haus, denn da begegnen mir vielleicht mal Tier)
Oder ebend, ich überschaue die Zusammenhänge und habe einen Erkentnissgewin.


Allerdings fördern gewisse Strukturen (z.b. ZJ, Häusliche Gewalt, gewisser Sozialer Stand) gewisse Introjekte.
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« Antworten #10 am: 07. Januar 2010, 18:40:47 »

Ist ein spannendes Thema! Ich konnte bei meine Kindern auch beobachten, wie unterschiedlich sie Erfahrungen verarbeitet haben. Und das bringt mich bei weiterem Überlegen auch zu dem Schluss, dass der Charakter massgeblich bei der Wissenserlangung und Bildung von Introjekten sein muss. Meine Kleine z. B. hat sicher meine Anlagen geerbt, immer ndieLiebe, Nette, Hilfsbereite sein zu wollen und allen zu gefallen, hat sicher mit ihrem Bedürfnis nach Harmonie und einer gewissen Eitelkeit zu tun, aber sicher auch,dass das DER Weg ist, um sich gegen ihren Bruder zu behaupten.
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« Antworten #11 am: 20. September 2010, 12:52:23 »

Hat es denn schon einmal einen Fall gegeben, dass  jemand versucht hat, sich über ein Gericht wieder hineinzuklagen, bzw den Gemeinschaftsentzug menschenrechtlich vor einem Gericht anzufechten?
Wenn es da ein Gerichtsurteil gäbe wäre das ja ziemlich ein herber Schlag gegen die WTG.
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Glauben und glauben lassen


« Antworten #12 am: 20. September 2010, 13:04:48 »

Dazu gehören aber eine tüchtige Portion Kaltblütigkeit und eiserne Nerven...
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« Antworten #13 am: 20. September 2010, 13:50:00 »

das wäre das wenigste Problem.
Wie sieht es finanziell aus?
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« Antworten #14 am: 20. September 2010, 14:12:55 »

Das ist ein Problem

Rechtssschutversicherungen verstehen nicht, wozu sie eine Deckungszusage geben sollten. Kapital in angemessener Höhe lagert selten auf irgendeinem Konto.

Komme ich also zurück auf den Verein!

Im 1.Step könnten sich Vereinskollegen gegenseitig vertreten, in 1. Instanz oft kostenfrei.
In 2. Instanz gibt es eine Pauschale für den Verein, billiger als jede Rechtsschutzversicherung.
In 3. Instanz stellt Öffentlichkeit die Basis für Spendeneinnahmen dar.

Das neue Vereinsrecht und die Änderung der juristischen Bestimmungen eröffnen hier Möglichkeiten
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« Antworten #15 am: 20. September 2010, 14:19:23 »

Verstehe ich nicht, das mit dem Verein.
Angenommen ich würde heute ausgeschlossen werden, wo könnte ich einspruch einlegen?
Bei welcher staatlichen Instanz könnte ich als Individuum Einspruch erheben?
Ich dachte die WTG ist eine Kdör, da gibt es dem Staat gegenüber Verpflichtungen, oder täusch ich mich?
Würde mich schon interessieren, welchen rechtlichen Schutz ich vor Vereinsamung habe, wenn mir die Familie
durch den Auschluss weggeschnitten wird..
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« Antworten #16 am: 20. September 2010, 18:22:01 »

Hier geht es vor allen Dingen um das Umgangsrecht mit eigenen Kindern nach dem Ausstieg, dass vielen einfach verweigert wird. Manche sehen ihre Kinder erst wieder, wenn die erwachsen sind und selber ausgestiegen sind. Es könnte auch um das Umgangsrecht der Großeltern mit ihren Enkeln gehen, was neuerdings anerkannt wird.
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« Antworten #17 am: 21. September 2010, 08:34:28 »

Leute,

es ist manchmal schwer hier mitzulesen, weil doch einiges völlig durcheindergewürfelt wird. Es gibt kein Recht auf intakte Familienverhältnisse und ebenso kein Schutzrecht vor Vereinsamung. Geregelt werden Sorge-und Umgangsrecht, das Spannungsfeld, welches sich daraus ergeben mag,ist bedauerlich, dennoch in erster Linie eine Sache zwischen den betroffenen Personen und nichts was gerichtlich geregelt werden könnte. 
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« Antworten #18 am: 21. September 2010, 13:51:34 »

Ich arbeite mit einem Verein für Väter zusammen, die Vätern helfen, denen der Umgang mit ihren Kindern verweigert wird. Das Tragische bei den Zeugenfällen ist, dass den Kindern eingeredet wird, der Vater wäre jetzt quasi mit dem Teufel im Bunde, weil er die Zeugen Jehovas verlassen hat und das entspricht nicht dem Kindeswohl. Kinder brauchen beide Eltern.
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« Antworten #19 am: 21. September 2010, 14:30:33 »

Ich arbeite mit einem Verein für Väter zusammen, die Vätern helfen, denen der Umgang mit ihren Kindern verweigert wird. Das Tragische bei den Zeugenfällen ist, dass den Kindern eingeredet wird, der Vater wäre jetzt quasi mit dem Teufel im Bunde, weil er die Zeugen Jehovas verlassen hat und das entspricht nicht dem Kindeswohl. Kinder brauchen beide Eltern.

Ich glaube da brauchen die Mütter nicht viel machen, da reicht es , wenn das Kind regelmässig in die Versammlung geht, und sich diesen Satansdummsinn von der Bühne herunter reinzieht.

Ich hab schon 12 Jährige Kinder erlebt, die sinnbildlich von der Bühne herunter mit einer Taschenlampe auf die Schafe herunterleuchteten, und Satans List symbolisierten, oder mit einem Käfig und als Vogelfänger verkleidet.
Mit einfachen Worten einfach nur noch G R U S E L I G diese Gehirnwäsche.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Richter etc Hintergrundwissen haben können, sonst würden sie jeder ZJ sofort das Sorgerecht absprechen.
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« Antworten #20 am: 21. September 2010, 16:24:32 »

In Deutschland gilt die Religionsfreiheit als fest verankertes Menschenrecht.
Weiter gibt es das Gesetz über die religiöse Kindererziehung.
Vielleicht sollte man sich dies mal ansehen und einige Dinge verinnerlichen.

Alle anderen Ideen hierzu sind abenteuerlich und werden in Ländern verwirklicht in denen totalitäre Ideologien vorherrschen.
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« Antworten #21 am: 21. September 2010, 16:38:08 »

Das andere fest verankerte Menschenrecht ist das des Menschen auf Würde, auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und der besondere Schutz der Familie. Ich war 15 Jahre dabei und habe Harmagedon nicht so verinnerlicht wie meine Kinder. Meine Tochter (8 Jahre beim Eintritt) geriet in Panik als die Türme fielen; mein Ältester Sohn (damals 5) hat schon immer mit mir kontrovers diskuterit, ist auch deutlich intelligenter als sie. Der Mittlere ist verschlossen und der Lütte sagte nach dem Aussteig (da war er 10!) ich hätte ihn gequält, weil er als überzeugter Atheist sich diesen Schwachsinn hat anhören müssen. Er hat mir aber auch mit 15 erzählt, wie wären nie auf dem Mond gelandet. Das sei ein Fake der amerikanischen Präsidenten gewesen, um ihr luxoriöses Leben finanzieren zu können.

Einen Schaden davongetragen haben alle vier und ich habe es nicht gewußt. Zeugenkinder leiden still. Sie sind extrem angepasst.
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« Antworten #22 am: 21. September 2010, 16:45:54 »

Ricarda,

hätte man dir das Sorgerecht entziehen sollen? Stell dir mal diese Frage, was du dann damals empfunden hättest.


Das diese Menschrechte miteinander konkurrieren kann ich nicht erkennen. Vielleicht gibt es hier und da Konflikte, die man beleuchten müßte, dennoch gilt in Abwägung aller Rechte, die elterliche Sorgepflicht in erster Instanz.
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« Antworten #23 am: 21. September 2010, 17:01:36 »

Als ich die Scheidung einreichte, entbrannte zwischen meinem Ex-Mann und mir ein Sorgerechtskrieg, der bis zur Volljährigkeit unseres Jüngsten angedauert hat. Die Frage "hätte" stellt sich mir weniger. Ich habe das alles durch.

Ja, man sollte Zeugen Jehovas, die dem Nicht-Zeugen den Umgang mit dem Kind verweigern, das Sorgerecht entziehen, und das geschieht auch. Ich hatte hier letztes Jahr eine polnische Zeugin, die ihrem Mann das Umgangsrecht verweigert hat. Sie ging so weit, dass sie beahutpet hat, er würde sein Kind sexuell missbrauchen. Der Vater drufte dann sein Kind (1 1/2 J.) nur im Beisein des Jugendamtes zum Spielen sehen. Aber sie brachte das Kind nicht hin. nach weiteren 1 1/2 Jahren kam das Gericht endlich zu dem Ergebnis, dass das Kind beim Vater besser aufgehoben ist. Jetzt lebt es beim Vater und seiner neuen Frau und der Mutter ist der Umgang offensichtlich egal. Sie ist über 800 km weit weggegezogen und hat kein Geld für die Reise. Dem Kind geht es gut.

Ich habe hier noch mehr ähnliche Fälle begleitet. In der Mehrheit der Fälle verzichten die Väter auf ihr Kind, fühlen sich durch Job und Unterhaltszahlungen so unter Druck, dass der nervenaufreibende Krieg um das Kind auf der Strecke bleibt. Sie geben einfach auf.
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« Antworten #24 am: 22. September 2010, 08:16:27 »

Ricarda,

wenn Zeugen oder wer auch immer das Umgangsrecht verweigern oder einschränken können und zwar gesetzlicherweise, dann hat das nichts mit der Religionsausübung zu tun, sondern mit Fakten und Argumenten, die das Jugendamt oder einen Richter überzeugt haben müssen. So ohne weiteres das Umgangsrecht zu entziehen, geht nämlich nicht. Es gibt nämlich für die Bezugspersonen zu denen eine Bindung besteht ein Recht auf Umgang. Natürlich wird auch mit unfairen Mitteln gekämpft, bei den Zeugen ist dies doch wohl eher ausgeschlossen, da sie sich vor Gott in der Verantwortung sehen und nicht lügen sollen. Der Punkt ist doch der, daß hier die Zeugen aufgrund von Ablehnung und vielleicht sogar Hass wesentlich härter beurteilt werden als andere Menschen. Das finde ich schade, weil so Ungerechtigkeit Tür und Tor geöffnet werden und eine Lex Jehovas Zeugen eingefordert wird, die Zeugen von vornherein ins Unrecht setzen.
Ich scheue mich nicht hier solche Dinge zu sagen, auch wenn dies bei manchem Widerspruch auslöst, aber Ungerechtigkeit ist für mich schwer zu ertragen und ich fordere für jeden das gleiche Recht fair und vorurteilsfrei betrachtet zu werden.
Sorgerechtsentzug ist eine schwere Strafe für eine Mutter und eine begründbare Umgangsrechtsverweigerung kann niemals dazu führen das Sorgerecht zu verlieren. Gottseidank ist es noch nicht soweit, aber vielleicht haben wir bald wieder DDR Verhältnisse, dann ist alles möglich.
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« Antworten #25 am: 22. September 2010, 08:24:22 »

Mir sind leider zu viele Fälle bekannt, in denen es eine doppelte Moral gibt.

Du sollst nicht lügen - einerseits, aber, wenn es im Interesse der Zeugen Jehovas ist, dann musst du sogar lügen! Das wird sogar öffentlich, also auf Kongressen, so gelehrt. Dabei geht es nicht nur um Umgangsrecht (Kind kann nicht zum Vater, weil krank Huch), sondern auch um Probleme des Patientenrechts (Sprechstundehilfe zeigt Abtreibung bei Ältesten an) oder Schmuggel: Wachtturm wird in Cola-Flasche über die Grenze geschmuggelt. Nicht zu lügen ist bei den Zeugen Jehovas ebenso relativ, wie dem Staat zu dienen.

Ich habe hier in Deutschland bei polnischen und russischen Brüdern Sachen erlebt, da hatte ich Mühe zu glauben, dass das Zeugen Jehovas sind. Das ging bis zum Verprügeln des Nicht-Zeugen-Mannes. Zeugen Jehovas sind lange nicht so harmlos, wie sie sich gern nach außen darstellen.

Und ich erinnere gern noch einmal an die Vorfälle in Selters bei der Demo, als Zeugen buchstäblich prügelnd auf die Demonstranten losgegangen sind.
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« Antworten #26 am: 22. September 2010, 08:45:55 »

Ricarda,

was du anführst unterliegt verschiedenen moralischen Kategorien. Es ist mehr als einsichtig, daß es dort, wo es um Bewahrung des eigenen Glaubens geht, Widerstand gegen 'gesetzliche' Bestimmungen durchaus verständlich ist.
Würde eines Tages die Bibel in Europa verboten, wären plötzlich alle Bibelbesitzer, die sich nicht daran halten, kriminell.
Insofern kann Loyalität gegenüber Gesetzen auch relativ sein und bei einer Maßstabsverschiebung kann auf diese Weise jeder kriminalisiert oder ins Unrecht gesetzt werden.

Die andere Kategorie ist menschliches Fehlverhalten, was es sicherlich auch bei Zeugen gibt, so wie bei jeder Gruppierung.
Dies einer ganzen Gemeinschaft zuzurechnen ist nicht nur problematisch, sondern ungerecht. Es gibt immer schwache Charaktere und manchmal ist es sogar nur Gedankenlosigkeit.

Es geht einfach nicht, daß man Zeugen von vornherein unterstellt, sie würden lügen und betrügen. Nicht als kennzeichnendes Gruppenmerkmal und nicht als individuelle Verhaltensweise.
Immerhin wird man durch solche Äußerungen beweispflichtig und da hapert es dann meist, diese Dinge im Einzelfall wirklich nachzuweisen.



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SoeinTopfen
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« Antworten #27 am: 22. September 2010, 08:53:07 »

Ein Gemeinschaftsentzug ensteht wenn die sogenannten Ältesten meinen, man verunreinige durch bestimmte Taten die Versammlung. D.h bevor die Versammlung irgendetwas mitbekommt was man für eine Sünde begangen hat( vorehelichen Sex, Casinobesuch und weiteres) ist man weg vom Fenster weil sie eine " REINE" Versammlung wollen
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Ricarda
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« Antworten #28 am: 22. September 2010, 09:39:56 »

Hallo SoeinTopfen,

willkommen im Forum. Geh in den Bereich: Vorstellung und erzähl uns etwas mehr über dich.
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« Antworten #29 am: 22. September 2010, 09:50:24 »

Bei den Zeugen Jehovas ist Lügen vorprogrammiert. Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen.

Meine Kinder, besonders die beiden älteren, haben ständig gelogen. Warum? Weil sie nicht anders hätten überleben können!

In einer (Zeugen)Welt, in der alles verboten ist, was Spaß macht, was andere Kinder tun und in der man immer vorgeben muss, mit Begeisterung Bibletexte zu lernen, in den Dienst und in die Versammlung zu gehen, um dort stundenlang still zu sitzen, entwickelt so ein Kind eine eigene Welt, die seiner Fantaise. Von dort zum Doppelleben ist dann nur ein kleiner Schritt. Das Kind lebt dann buchstäblich in zwei Welten und glaubt, was es erzählt. Lügen und Doppelleben werden zum Alltag. Werden die Kinder und Jugendlichen nicht erwischt, verlieren sie die Angst und lügen routiniert.

Diese Gewohnheit ist auch nach dem Aussteig nur mühsam wieder abzulegen. Daher fällt es vielen Hineingeborenen so schwer nach dem Ausstieg Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen. Die Konsequenz bei vielen ist ein Leben am Rande der Gesellschaft, oft für lange Zeit! Der Ausstieg erfolgt fast immer bei Volljährigkeit oder kurz danach. Dann ist der berufliche Zug für viele abgefahren. Vor ihnen liegt die Aussicht auf eine Hilfstätigkeit bis ans Lebensende in einem ungeliebten Beruf.

Viele haben die 30 hinter sich gelassen, bis sie aus dieser Traumwelt aufwachen, noch einmal die Schulbank drücken, studieren und beginnen ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben zu führen. Nur wenigen Aussteigern ist das bisher wirklich gelungen. Die Altlasten bleiben ein Leben lang. Niemand gibt ihnen eine unbeschwerte Kindheit und Jugend zurück.
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« Antworten #30 am: 22. September 2010, 09:58:09 »

Ricarda,

da kann ich dir aus eigener Kindheitserfahrung nur aus vollstem Herzen zustimmen.
Man wird der perfekte Doppelagent.
Schlimm ist besonders, wenn man von Natur aus eigentlich ein "Michel gradaus" ist und man das furchtbar schlechte Gewissen hat, wegen dem, was man verheimlicht UND der Lüge.
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« Antworten #31 am: 22. September 2010, 11:10:06 »

Ich habe es immer wieder erlebt, dass besonders Hineingeborene ein perfektes Doppelleben führten.
Dazu gehörte auch meine erste Ehefrau.

In der Versammlung gab sie perfekte Kommentare und spielte im Orchester mit.
Heimlich führte sie über Jahre ein Sexleben mit wechselnden Partnern.

Leider kam ich ihr erst auf die Schliche, als ich bereits mit ihr verheiratet war. Sie gab das auch ungeniert zu...
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« Antworten #32 am: 22. September 2010, 13:15:30 »

Heilige Kacke,

zerstört mir doch nicht mein Menschenbild! Ich bin nun etwas schockiert.  Schockiert Traurig

Aber ich versuche mal eine Ehrenrettung: Gerade in Gemeinschaften die sich nach strengen Prinzipien ausrichten, gibt es natürlich für manche Schwierigkeiten diesen hohen Ansprüchen nachzukommen. Wobei natürlich Ehebruch beziehungsweise 'schamloser Wandel' (wie es jetzt wohl offiziell in ZJ-Vokabular heißt) auch im 'normalen' Leben schon ziemlich mies ist, wenn andere Menschen darunter leiden müssen. Nach meinen Beobachtungen ist es wohl in religiösen Gemeinschaften unabdingbar, daß man auch seine dunklen Seiten kennen lernt und die Palette der erlebten Emotionen und Strategien von Selbsttäuschung, Täuschung und Heuchelei geht, je nach Bewußtseinsgrad und dem Bestreben anderen oder auch sich selbst etwas vorzumachen. Ich meine, immer dann, wenn ein Mensch sich verbessern oder an sich arbeiten möchte, läuft er gegen eine Wand und das Sündhafte wird besonders anhänglich. Insofern sehe ich nicht ganz so schwarz, weil ich weiß, daß die Menschen auch mit sich selber kämpfen und ihre Schuld mit sich herumtragen.
Mich braucht es jedenfalls nicht, um zu verurteilen, ich kann nur staunen und beobachten.

Auf die Thematik bezogen, nämlich Umgangsrecht und Verhalten der Zeugen, spielt es natürlich keine Rolle, wie sich die Betroffenen nach 'innen' zeigen. Es können gegenüber der religiösen Gemeinschaft die größten Heuchler sein, trotzdem
bedeutet dies nicht automatisch, daß sie bewußt Lügen, um sich ungerechtfertigter Weise das alleinige Umgangsrecht zu verschaffen. Das sind für mich zwei paar Schuhe. Das Eine bedeutet die Verschleierung eines inneren Konfliktes, eine Unehrlichkeit aus Schwäche, daß Andere wäre eine Lüge mit Außenwirkung, die andere ins Unrecht setzt. Das ist ein Unterschied und muß nach meiner Auffassung anders bewertet werden. Eine Lüge aufgrund von Selbsttäuschung und um das eigene Selbstbild nicht zu zerstören kann das Jugendamt nicht interessieren, weil dies nur die eigene Moral betrifft.

Natürlich ist das, was ihr hier anführt in psychologischer Hinsicht bedenkenswert, für die Beurteilung des Sorge-und Umgangsrechtes hat es keine Relevanz.




« Letzte Änderung: 22. September 2010, 13:17:30 von Bootsektor » Gespeichert
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« Antworten #33 am: 22. September 2010, 13:17:20 »

Zwischenmenschlich habe ich in meinem langen Leben nirgends in einer Gruppe soviel Doppelmoral erlebt , als bei den Zeugen.
Das Lügen wird dort legitimiert, denn im Zweifelsfalle ist es Gott dem mann dient und nicht dem Staat., immerhin ist man unvollkommen, was das Lügen ja legitimiert, denn es gilt ja nur ein paar Worte des Bedauerns auszusprechen und ein wenig auf die Tränendrüse zu drücken.
Ich habe nicht nur einmal und nicht nur in einer Versammlung erlebt, wie sogenannte Interessierte Familien gesprengt wurden,
weil einer der Eheleute nicht dafür war. Es waren regelrechte Jubelarien, die dort gefeiert wurden und so skuril, dass es nicht mehr schön war, inclusive der Aufzählung der möglichen Studien, und der anschliessenden Selbstbeweihräucherung.
Da galt es nicht das Familienwohl zu erhalten, sondern wenigstens einen vor  Satan zu retten.
Dass man sich dabei durch die antrainierten Dogmen selbst auf den Leim geht, und gerade die Familie das höchste Gut sein sollte, wenn durch Liebe verbunden, denn durch irgendeine Ideologie oder Religion, das war den wenigsten bewusst.
Wie denn auch, der Rahmen "wir sind die guten und rest ist Satan" ist stärker als Selbstlosigkeit und Liebe.
Deshlab würde ich aus Eigener Erfahrung keinem Zeugen einen schlechten Beweggrund unterstellen, es ist auch nur Sorge um das wohl Anderer, aber der Rahmen ist ungesund und skuril, und dieser Rahmen wird schön manipulativ und Suggestiv in Form von geistiger Speise verteilt. (brechen ist nicht erlaubt) Ärgerlich

« Letzte Änderung: 22. September 2010, 14:09:15 von paracruix » Gespeichert
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« Antworten #34 am: 22. September 2010, 13:40:11 »

Ist es nicht immer so, daß Menschen manipuliert werden und versucht wird, sie auf eine Seite zu ziehen? In der Religion, in der Politik und bei vielen Gelegenheiten sollen Menschen beeinflußt werden. Mal mit höheren, mal mit niederen Beweggründen. Ein allgemeines Dilemma der Menschen, warum sollte dies bei Zeugen nun gerade anders sein. Oder waren die illusorischen Vorstellungen so immens, daß Welten zusammenbrechen, wenn auch hier Doppelmoral festgestellt wurde?
Naivität schützt nicht vor der Wirklichkeit, sie wird nur krasser erlebt, wenn es mal nicht so gut läuft.
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« Antworten #35 am: 22. September 2010, 14:13:11 »

Ist es nicht immer so, daß Menschen manipuliert werden und versucht wird, sie auf eine Seite zu ziehen? In der Religion, in der Politik und bei vielen Gelegenheiten sollen Menschen beeinflußt werden. Mal mit höheren, mal mit niederen Beweggründen. Ein allgemeines Dilemma der Menschen, warum sollte dies bei Zeugen nun gerade anders sein. Oder waren die illusorischen Vorstellungen so immens, daß Welten zusammenbrechen, wenn auch hier Doppelmoral festgestellt wurde?
Naivität schützt nicht vor der Wirklichkeit, sie wird nur krasser erlebt, wenn es mal nicht so gut läuft.
Um auf Deine verallgemeinernde Suggestivfrage einzugehen, ob es denn nicht immer so ist: nein ist es nicht, und ja ist es doch.
Denn wenn jemand manipuliert, kann der zu manipulierende hinterfragen, und kritisch sein.
Auf der anderen Seite ist jede interaktion bereits eine Manipulation, selbst schweigen ist ein Teil der Kommunikation,
wie Watzlawick schon einmal schön beschrieben hat.

Letztlich ist es immer eine Frage des Selbstwertes und der Art und Weise wie ich kommuniziere, ob ich Konfliktangst habe oder Verlustangst, Ängste allgemein, ob ich letztlich manipuliere und manipuliert werde, bewusst, oder unbewusst.

Man sollte evtl zunächst ein gemeinsames Verständnis schaffen, was unter Manipulation zu verstehen ist.
« Letzte Änderung: 22. September 2010, 14:18:17 von paracruix » Gespeichert
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« Antworten #36 am: 22. September 2010, 14:16:27 »

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« Antworten #37 am: 22. September 2010, 14:39:49 »

Das inhaltsschwere Wort Manipulation trifft mit seinen Unterbegriffen auf viele Bereiche der WTO zu.
Es herrscht Indoktrination, weil die "Lehre" eingetrichtert wird und die "Schäfchen" in eine bestimmte Richtung
beeinflußt werden. Die Menschen werden mit Versprechungen eingefangen, es wird gegen Andersdenkende gehetzt
und man merkt es viel zu spät---man ist betrogen worden!
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« Antworten #38 am: 22. September 2010, 15:18:46 »

man ist betrogen worden!

nicht unbedingt, denn das wäre wie den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben.
Hier ginge man den bequemen Weg und würde Verantwortung abgeben.
Verantwortung übernehmen würde bedeuten zu akzeptieren, dass man den Weg selbst gewählt hat.
Immer selbst, die Beweggründe mögen ja unterschiedlich sein, aber die Verantwortungsübernahme stärkt
das Selbstbewusstsein.
Man könnte sich fragen, was es zb Gutes hatte, den Weg gegangen zu sein, und eines der besten Erkenntnnisse
ist zb. , dass dort alles und jeder ist, nur nicht Gott, oder Liebe Zwinkernd

Ich finde, dass das ein Meilenstein auf der Suche nach Gott ist.

LG
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« Antworten #39 am: 22. September 2010, 19:26:48 »

Da möchte ich differenzieren. Ich habe mit 34 Jahren den Weg selbst gewählt. Meine Kinder, 8 und 5 Jahre und die beiden hineingeborenen entschieden nicht.

Es sei denn, man geht von Reinkarnation aus, dass nämlich sich jeder aussucht, in welchen Körper, welches Schicksal er inkarniert wird. Das befreit aber aus meiner Sicht die Eltern auch nicht wirklich.
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moses
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« Antworten #40 am: 13. Juli 2011, 02:23:49 »

nicht unbedingt, denn das wäre wie den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben.
Hier ginge man den bequemen Weg und würde Verantwortung abgeben.
Verantwortung übernehmen würde bedeuten zu akzeptieren, dass man den Weg selbst gewählt hat.
Man hat zwar den Weg selbst gewählt, aber doch nur, weil man vorher betrogen wurde. Nicht von den Zeugen, die mit einem studiert haben, aber von der Organisation, der leitenden Körperschaft.
Als ich die "Wahrheit" kennenlernte hab ich mir schon gesagt:"wenn das alles nicht stimmt, sind das die größten Verbrecher, die rumlaufen"!

Man könnte sich fragen, was es zb Gutes hatte, den Weg gegangen zu sein, und eines der besten Erkenntnnisse
ist zb. , dass dort alles und jeder ist, nur nicht Gott, oder Liebe Zwinkernd
und das, nachdem man die beste Zeit seines Lebens zum großteil weggeschmissen hat.
« Letzte Änderung: 13. Juli 2011, 02:37:53 von moses » Gespeichert

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« Antworten #41 am: 13. Juli 2011, 10:16:41 »

Wir waren naiv und haben in eine falsche "Lebensanlage" investiert und leider können wir gegen die falschen WT-Berater nicht gerichtlich vorgehen! Aber eins können wir, unsere große Wut in die Aufkärung über die Lebenszeiträuber investieren!!
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« Antworten #42 am: 13. Juli 2011, 10:29:44 »

Es waren für mich keine verlorenen Jahre. Meine Tochter sieht das so. Aber die würde das auch so sehen, wenn wir etwas anderes gemacht hätten, weil sie immer einen Schuldigen braucht. Mein ältester sohn sagt ganz klar: dort habe ich gelernt Reden zu halten und auf jeden Menschen zuzugehen.

Der mittlere setzt sich nicht mit der Vergangenheit auseinander und der Kleine reageirt eher wütend.

Ich selbst bin über die Zeugen zur Bibelforschung gekommen und verdanke den Zeugen, dass cih noch zwei Kinder habe. Die hätten wir ohne nicht in die Welt gesetzt. Alles hat seine guten und schlechten Aspekte. Den Wert dagegen erkennt man nur im Rückblick.
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« Antworten #43 am: 13. Juli 2011, 13:07:45 »

Zitat
Als ich die "Wahrheit" kennenlernte

Ehm, wie lange hat das denn dedauert? Ich meine, ich habe nur ein paar Tage gebraucht um die ersten Widersprüche zu erkennen. Wenn man doch auch nur eine einzige Sache findet, sucht man doch ganz automatisch weiter. Wieso informiertet ihr euch nicht vorher über die Z.J.? Ich kann mir einfach nicht vorstellen sich einem Club anzuschließen, ohne ihn von Anfang an zu hinterfragen. Wieso bleibt man so viele Jahre in einer Organisation, die die Welt  durchschaut hat? Und alles bekannt ist ? Vor allem seit der Zeit des Internets?   Huch  Huch  Huch
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« Antworten #44 am: 13. Juli 2011, 17:32:43 »

gefischt 1985 - getauft 1986

erstes Kind danach 1986 - danach permanent im Streß - zweites Kind 1992 - ein Überraschungskind - sehr zum Ärger der Brüder!

Daneben: Miete, essen, kochen, putzen, waschen für 6 Personen, Predigtdienst, Versammlung, Aufgaben, Saalreinigung, persönliches Studium...

sonst noch Fragen?Huch?? Küsschen Küsschen Küsschen
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Glauben und glauben lassen


« Antworten #45 am: 13. Juli 2011, 18:42:42 »

Ricarda,

ich glaube du warst (bist?) ein workoholic...
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Sabine68
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« Antworten #46 am: 13. Juli 2011, 23:29:34 »

....Wieso bleibt man so viele Jahre in einer Organisation, die die Welt  durchschaut hat? Und alles bekannt ist ? Vor allem seit der Zeit des Internets?   Huch  Huch  Huch

Ähm,... was mich betrifft gefischt 1984 und getauft 1985. Entgütig ausgestiegen 1993. Ich habe glauben "wollen". War immer auf der Suche gewesen und auch mit der Taufe nicht aufgehört. Im Grunde glaube ich habe ich mir alles "schön" geredet.. Ich dachte aber es geht nicht  um die Menschen sondern nur um Jehova.
Kritische Literatur gab es damals nicht so einfach zu lesen. Und in der Versammlung und im Studium wurde vor Abtrünnigen Schriften gewarnt. Internet war da ja auch noch kein Thema..
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Ricarda
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« Antworten #47 am: 14. Juli 2011, 17:22:01 »

Ricarda,

ich glaube du warst (bist?) ein workoholic...

Wie kommst du denn auf sowas Grinsend
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Shiva
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« Antworten #48 am: 01. Mai 2012, 22:36:29 »

Gemeinschaftsentzug kann dazu führen, das ein Kind mit 14 Jahren in eine staatliche Einrichtung gebracht wird, das die Eltern es sozusagen für sich für tot erklären. So ging es mir.
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Joy
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« Antworten #49 am: 02. Mai 2012, 09:20:19 »

Das ist ganz furchtbar!! Wie hast Du das überstanden, und wie geht es Dir heute?

LG Joy
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