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Autor Thema: Heimbibelstudium  (Gelesen 28795 mal)
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Ricarda
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« am: 18. August 2009, 16:48:10 »

Definition eines Abtrünnigen:

"Wird in Wohnungen williger Mitbürger abgehalten, denen zunächst rhytmik und didaktischer Ablauf der durchzuführenden Betrachtungen erklärt werden muss. Mit "Studium" hat das Prozedere eigentlich nichts zu tun, denn der eigentliche Dozent für die "Studenten" sitzt nicht im Wohnzimmer, sondern in Brooklyn...
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Sylke
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« Antworten #1 am: 18. August 2009, 16:53:24 »

Wieso in Brooklyn?
die zeugen jehovas, die da kommen, sind vorher genau instruiert worden?
oder wie muß ich mir das vorstellen?

ich habe vor ca 15 Jahren zuletzt wirklche Gespräche mit ZJ geführt, und mir ist aufgefallen, wenn sie argumentativ am Boden lagen, kam immer dieser Satz "Das hat unser lieber herre so eingerichtet"

Damit kann man alles begründen, daher hab ich dann Gespräche vermieden.
Find ich nämlich relativ sinnlos
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Ricarda
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« Antworten #2 am: 18. August 2009, 16:54:54 »

Man liest reihum je einen Absatz, der "Dozent" stellt die zum Absatz gehörende Frage und erwartet vom "Studenten", dass er die korrekte Antwort aus dem Text gibt. Erfolgt dies nicht (sofort), hilft der Dozent nach die korrekte Antwort zu finden. Ist der "Student" begriffsstutzig, zieht man noch den einen oder anderen Bibeltext hinzu und legt dem "Studenten" die korrekte Antwort in den Mund.

Fragen des Studenten werden verwiesen auf eine mögliche spätere Betrachtung oder ignoriert. Diskuterit wird nicht.
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Sylke
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« Antworten #3 am: 18. August 2009, 16:55:57 »

Im Grunde also einRitual...
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Ricarda
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« Antworten #4 am: 18. August 2009, 17:09:14 »

Eher eine Gehirnwäsche.

Es wird erwartet, dass der Stoff vorbereitet wird durch vorheriges Durcharbeiten und Unterstreichen der richtigen Antworten. Beim "Studium" wird erwartet, dass alle Antworten kommentarlos akzeptiert werden und wo nicht, ist der Student eben kein Schaf, sondern ein Bock und sowieso von Gott verworfen.

Wenn ein HB keine Fortschritte macht und den Studenten zur Taufe führt, wird es spätesten vom Kreisaufseher beendet. Böcke werden nämlich nicht schlau gemacht. Die hat uns ja der Teufel geschickt, um uns vom Rettungswerk der Schafe abzulenken. Grinsend

Unabhängiges Denken ist jedenfalls nicht erwünscht und zeugt von einem isebellschen Geist.
« Letzte Änderung: 18. August 2009, 17:11:42 von Ricarda » Gespeichert
Ricarda
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« Antworten #5 am: 18. August 2009, 17:15:29 »

Ich hatte mich als Interessierte nicht vorbereitet, weil ich die Fragen auch ohne vorheriges Anmarkern beantworten konnte. Da lud uns ein Ältester ein am Montagabend und wir haben uns wochenlang gemeinsam vorbereitet, bis ich das Anmarkern verinnerlicht hatte.
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« Antworten #6 am: 19. August 2009, 08:52:07 »

anmarkern -> im buch Huch

Da, wo ich herkomme, gilt das als Frevel. Lesezeichen, Notizzettel, ja.
Aber in Büchern herum"malen"?
Eselsohren???!!!
neee!

Ich gehöre zu den Verrückten, die in der Bibliothek den Büchern die Eselsohren glätten... Es  tut mir immer so leid um die Bücher, die damit malträtiert werden...
Bei uns wird nicht mal ein Buch "aufs Gesicht" gelegt, sondern eben ein Lesezeichen hineingelegt. Oder ein Fädchen (hab immer welche, die beim Stricken übrig sind...)

Was ist ein Isebellscher Geist?
Ist mir schon klar, daß ich so einer bin.
Ich würde wohl nie den Drang verspüren, ein SChaf zu sein.
nee, nee, nee....

Wenn der Wolf in die Herde einfällt, so sind sie (das ist genetisch, sie können nix dafür) unfähig, sich in Sicherheit zu bringen. Die Fähigkeit, in alle Richtungen wegzurennen, die Wildschafe (zB Mufflons) haben, ist den hausschafen abgezüchtet worden. Das erleichtert den Hirten die Arbeit, aber es macht sie ziemlich hilflos.
Daher gibt es ja auch herdenschutzhunde. Die sind wiederum genetisch auf die Schafe geeicht. einen Herdenschutzhund zu erziehen ist anspruchsvoll, weil sie den Drang haben, etwas zu hüten. Sie denken zu selbständig. Müssen sie auch.

In der Psychologie gibts auch den Begriff der Schafe - und der Ziegen. SChafe sind die, die gutgläubig sind, Ziegen sind die Mißtrauischen. hab mal ein echt interessantes Referat gehört,    Prof. Dr. Wolfgang Hell: Von Schafen und Ziegen. Über unterschwellige Wahrnehmung, Transliminalität und eine normale Erklärung für paranormale Erlebnisse

Hell hat sogar einen kleinen Versuch gemacht, zu dieser unterschwelligen Wahrnehmung. Das bedeutet, man kriegt es nicht wirklich bewußt mit, aber ist ist dennoch in die Wahrnehmung eingegangen (unterhalb der Bewußtseinsschwelle). Damit kann man jemanden zum Glauben verführen, und manche Menschen reagieren beser auf diese unterschwelligen Signale. Eigentlich biologisch sinnvoll, hilft überleben, wenn man in gefährlciher umgebung ist...
man muß die Gefahr nicht unbedingt bewußt mitkriegen, es reicht, wenn man schnell genug und zum richtigen Zeitpunkt weg ist, weil man das merkwürdige Gefühl hat, man sollte verschwinden...
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Ricarda
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« Antworten #7 am: 19. August 2009, 09:57:15 »

Die WTG vertreibt Bücher, hat eigene Druckereien auf der ganzen Welt. Jedes Familienmitglied (selbst Babys) erhalten von jeder Neuerscheinung ihr eigens Exemplar, versehen es mit dem eigenen Namen, bekleben es und arbeiten darin durch markern, Randbemerkungen usw. Je bunter, umso besser.

Isebel war eine Königin des alten Testamentes, die das Jüdische Volk verführt hat falschen Göttern zu dienen, worauf Gott es vernichtete. Sie untergrub die Autorität des Königs durch einen unabhängigen Geist. (Heute würde man wohl sagen, sie war eine Emanze und ihr Mann ein Weichei.)

Da bei den Zeugen der Mann das Haupt ist und die Frau unterwürfig sein soll, ist ein isebelscher Geist der Unabhängigkeit so ziemlich das Übelste, was einem männlichen, verheirateten Zeugen passieren kann. Ein Mann, dessen Frau ein isebelscher Geist nachgesagt wird, bekommt in der Versammlung keine Vorrechte, weil er der Versammlung nicht vorstehen kann, wenn er noch nicht einmal der eigenen Frau vorsteht. (ich spreche da aus Erfahrung  Zwinkernd)

Wann immer mir ein Ältester vorwarf einen isebelschen Geist zu haben, antwortete ich ihm: "Du irrst dich, Bruder. Ich bin keine Isebel, und schon gar keine Ruth, sondern eine Deborah." Dem war dann nichts mehr hinzuzufügen. Ich wurde aber im folgenden Monat wieder mal kein Hipi. Ärgerlich
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« Antworten #8 am: 19. August 2009, 10:49:11 »

hipi?

och mein Mann ist kein Weichei. Daher kann ich keine Isebell sein (schade eigentlich).
Der unterscheidet sich einfach von anderen dadurch, daß er bissl intelligenter ist und mehr Respekt zeigt.
meine gesamte emanzen-Bibliothek steht bei ihm. Öhm... er hat sie ja auch finanziert und gekauft.
und gelesen (nicht alle, seit er die Barockliteratur entdeckte).

da unsere Beziehung nicht auf ein Herrschaftssystem ausgelegt ist, gibts hier keinen Herrscher. Und es gibt keinen Untertan. Und Angst und Verbergen ist nicht nötig.
ihc fahr ja jedes Jahr mit ihm zu einer wiss. Konferenz. Er ist dort inzwischen im Scientific kommittee, und ich bin "bloß" Begleitperson (was viel angenehmer ist, ich kann nämlich machen, was ich will, er muß dort brav die Talks mit anhören und die Beratungen mitmachen etc). Aber die Leute dort respektieren mich alle. Sie nehmen Rücksicht drauf, daß ich viele fragen stelle und beantworten sie mir auch geduldig.
ist halt nicht mein Fachgebiet. Da wiederum fragen sie mich, falls es sich ergibt. ;-)
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« Antworten #9 am: 19. August 2009, 10:52:07 »

Aporpos.
von den Mormonen hab ich ein schönes Buch Mormon deutsch), aber die ZJ haben mir immer nur solche Heftchen gegeben. Das ist nix für den Bücherschrank. Bedauerlich eigentlich.
Mein Buch Mormon steht neben den beiden Bibel-Ausgaben die ich hab, neben Marx´ kapital und dem Koran. Paßt, finde ich.
Die ZJ haben mir damals nicht verraten wollen, wie sie die "Verschenke-Heftchen" finanzieren. irgendwie waren die auf meine Fragen nicht so ganz eingerichtet (waren wohl die falschen), und ich laß mich ja nicht abwimmeln oder verwirren.
Daher war mir bald klar, daß Geld hinter der organisation stehen muß.
(ich kann rechnen)
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« Antworten #10 am: 20. August 2009, 00:04:29 »

Isebel:
Sie untergrub die Autorität des Königs durch einen unabhängigen Geist. (Heute würde man wohl sagen, sie war eine Emanze und ihr Mann ein Weichei.)

Womit wird diese Aussage eigentlich im Heimbibelstudium begründet?

Mir fällt bei Isebel „Nabots Weinberg“ ein, die Geschichte in Könige 21. Sie zeigt eine selbständig handelnde Isebel. Abhab, der König, ist mit ihren Handlungen einverstanden. Er überlässt es ihr...
Isabel ist ihrem Mann treu ergeben. Skrupelos vertritt sie des Königs Ahabs Interessen. Sie nimmt Nabot, der seinen  Weinberg nicht verkaufen will, erst die Ehre, dann sein Leben und somit hat ihr lieber Mann Nabots Weinberg doch.

Gott gefiel das nicht – so die Geschichte.

Isebel, eine Frau, die alles für ihren Mann tut, ohne Skrupel.
« Letzte Änderung: 20. August 2009, 00:19:29 von Christel » Gespeichert
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« Antworten #11 am: 20. August 2009, 00:18:03 »

Aporpos.
von den Mormonen hab ich ein schönes Buch Mormon deutsch), aber die ZJ haben mir immer nur solche Heftchen gegeben. Das ist nix für den Bücherschrank. Bedauerlich eigentlich.

Die ZJ haben auch Bücher. Frag doch einfach danach.
Interessant ist das Büchlein „Unterredungen anhand der Schriften“. Dort sehen die ZJ nach, wenn sie mal nicht weiter wissen und keine Antwort haben.

Apropos Buch „Mormon“
Ich nehme an, du hast das Buch neben einer vollständigen Bibel-Ausgabe, einem vollständigen „Kapital“ und einem vollständigen Koran gestellt, oder?
Warum lässt Du Dir von den Mormonen eine unvollständige heilige Schrift andrehen und stellst sie noch dazu zu den vollständigen Ausgaben?

LG Christel
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Ricarda
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« Antworten #12 am: 20. August 2009, 07:34:33 »

@christel

Isebel diente dem Baal und machte den König abtrünnig. Sie schreckte nicht einmal vor falschen Zeugen und Mord zurück und handelte eigenmächtig im Namen des Königs, was zeigt:

es führt zu Mord und Verlust der Gunst Jehovas, wenn eine Frau das Zepter in die Hand nimmt. Daher Schwestern hütet euch vor einem unabhängigen Geist und seid unterwürfig. Grinsend

Einer Ruth wäre so etwas nicht passiert und Schwestern die eifrig i. S. von Spr. 31:10 ff tätig sind, haben ja für so etwas auch gar keine Zeit.

Und Brüder: gebt das Zepter nicht aus der Hand, sondern übernehmt die Führung, sonst züchtet ihr euch eine Isebal heran.
« Letzte Änderung: 20. August 2009, 07:36:17 von Ricarda » Gespeichert
Sylke
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« Antworten #13 am: 20. August 2009, 09:31:30 »

Nö, cih hab ein vollständiges Buch Mormon. so hab ich es immer verstanden. Ohne Kommentare allerdings. ööö sag mir nicht, daß es ein vollständigeres gibt...
hat über 500 Seiten (hab ne deutsche Ausgabe).
die ZJ brauch ich hier nicht zu fragen, die haben nur frz Ausgeben mit. Außerdem hab ich denen schon verraten, daß ich nicht zu knacken bin... tja...

Hm, die religiösen und weltlichen Konstruktionen sahen damals etwas anders aus. Ich kenne nurn niht grad ddas Volk, auf das die Isebill -Geschichte zurückgeht.
Aber viele der alten Völker hatten weibliche oberhäupter, die weltliche und religiöse Führung in sich vereinten.
Der ägyptische Pharao als "Gott-König" fußt darauf. Das hat mit der Fruchtbarkeit von Frauen zu tun, von der Fruchtbarkeit von Männern hatte man ja noch keine Ahnung.
Wie das mit dem Sex und dem Kinderkriegen zusammenhängt, können auch nur Frauen zuerst kapiert haben. Männern bleiben diese Dinge erst mal verborgen. Eh die das mitkriegen, wann man es ihnen nicht verrät ... ;-)

Ich vergleiche mal kurz mit der Geschichte der Helena und König Menelaos, im alten Troja.
menelaos war keinesfalls wirklich der König, er war allenfalls ihr Favorit mit einigen Rechten. Aber weil immer dann, wenn die Königin ihr Interesse an ihrem Favoriten verlor, er geopfert wurde - zum wohle und zur Fruchbarkeit des Landes sein Blut vergossen - war ihm klar, daß er gegen Paris keine Chance hatte.
Er hat also völlig gegen alle Rechte das heer hinter sich gebracht und einen Krieg angezettelt, und die Griechen gerufen. Die waren schon lange patriarchal organisiert, und solche Weiberwirtschaften machten denen sowieso eine Heidenangst.
Und es kam, was die legenden immer prophezeit hatten - das Land wurde verwüstet. Die Eingeborenen dort sahen ihre religiösen Grundsätze also bestätigt. Wenn der FAvorit der Königin nciht zu seiner Zeit geopfert wurde, und sein lebensspendendes Blut nicht verstömt wurde, wird das Land verfallen.

Findet man übrigens auch in alten germanischen und anderen religiösen Vorstelllungen, sogar in Mittelamerika. Auch dort waren gewisse religiöse Dinge noch Frauensache, aber schon mit eingeschränkter macht. Aber zB die Vererbung von Rang lief noch über die Mutter. Kein Vater konnte seinen hohen Rang an seine Kinder vererben...

Hm, da ich nicht an Baal glaube (ich kenn den auch nur von "Stargate SG1"... ), kann ich also meinen Mann nicht dazu verführen. Nur so zu ganz irdischen Dingen ;-) (das ist privat).

Und es wäre keinem Mann möglich gewesen, mit lauteren Mitteln bei mir das Zepter zu übernehmen. Ich habe mein leben immer selbst entschieden - und für meine Kinder.
Das hätte ich nicht abgegeben. Zumal Mißtrauen immer sinnvoll ist, denn über die fachlcihen Qualifikationen kann man schon streiten. zumindest wußte ich immer, was ich weiß.
ob andere das auch wissen, da kannman drüber rätseln.
nee, die Entscheidungen bleiben alle bei mir. der Mann muß ebenso seine eigenen Entscheidungen treffen. Trifft er sie gegen mich, kann ich das nicht ändern und muß damit leben. Et vice versa.
« Letzte Änderung: 20. August 2009, 09:35:24 von Sylke » Gespeichert
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« Antworten #14 am: 20. August 2009, 22:55:51 »

Nö, cih hab ein vollständiges Buch Mormon. so hab ich es immer verstanden.

Ich habe nie bezweifelt, dass Du ein vollständiges Buch Mormon hast.

Genau fragte ich:
 
Warum lässt Du Dir von den Mormonen eine unvollständige heilige Schrift andrehen und stellst sie noch dazu zu den vollständigen Ausgaben?

Denn die heiligen Schriften der Mormonen bestehen nicht nur aus dem Buch Mormon,
dazu gehören auch „Lehre und Bündnisse“ sowie „Die Köstliche Perle“. Siehe auch:
http://www.kirche-jesu-christi.org/kirchenliteratur/heilige-schriften-online.html

Die anderen beiden Schriften sind keine Kommentare zum Buch Mormon, vielmehr erhalten sie weitere Offenbarungen, die Joseph Smith von Gott erhalten haben will. Sie gehören ebenfalls zu den heiligen Schriften der Mormonen. Die Missionare besitzen ein Buch, das alle diese Schriften enthält. Dieses Buch ist nicht wesentlich dicker als das Buch Mormon allein. Verteilt wird aber nur das Buch Mormon. Warum eigentlich?

Für mich war es wirklich eine Offenbarung als ich die vollständige Ausgabe der mormonischen heiligen Schriften in der Hand hielt. Gefragt nach der Vielweiberei hatten die Missionare geantwortet, dies wäre gekommen, durch die Verfolgung. Die Männer wären umgekommen und da hätten die übrigen Männer,  die Familien der Verstorbenen aufgenommen. – Später, in der vollständigen Ausgabe konnte ich lesen, Joseph Smith hatte eine Offenbarung, wonach jeder Mann 10 Jungfrauen haben könne. (10 muß nicht genau stimmen, habe es aus dem Gedächtnis wiedergegeben.)
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« Antworten #15 am: 20. August 2009, 23:24:57 »

Ich konnte das Buch Mormon nur bis zu einem Drittel lesen.

Die Schilderungen sind abenteuerlich und könnten einem Sciencefiction-Roman entstammen...
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« Antworten #16 am: 21. August 2009, 00:22:00 »

Ich hab es nur quer gelesn. Aber was ich las und was ich heute weiß, hat mich davon überzeugt, dass es nicht stimmen kann.
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« Antworten #17 am: 21. August 2009, 00:26:36 »

@christel

Isebel diente dem Baal und machte den König abtrünnig. Sie schreckte nicht einmal vor falschen Zeugen und Mord zurück und handelte eigenmächtig im Namen des Königs, was zeigt:

Ja schon. Aber begründet das einen rebellischen Geist?
Aus welcher Stelle geht hervor, das ihr Handeln nicht im Sinne und Interesse ihres Mannes war?

es führt zu Mord und Verlust der Gunst Jehovas, wenn eine Frau das Zepter in die Hand nimmt. Daher Schwestern hütet euch vor einem unabhängigen Geist und seid unterwürfig. Grinsend

Im AT ist Isebel nicht die einzige selbständig handelnde Frau. Von solchen Frauen handeln ganze ganzes Bibelbücher, das  Buch Judit oder das Buch Ester.
Ester war auch nicht ohne. An Selbständigkeit und Entschlossenheit stehen diese Frauen Isebel in nichts nach.

Und Brüder: gebt das Zepter nicht aus der Hand, sondern übernehmt die Führung, sonst züchtet ihr euch eine Isebal heran.

Männer...
Wie gezeigt, laut Bibel, handelt Gott gerade durch selbständige Frauen!

Ein anderes Beispiel „Hulda“:
 
2. Kön, 22, 11-14:
Zitat
Als der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriss er seine Kleider und befahl dem Priester Hilkija sowie Ahikam, dem Sohn Schafans, Achbor, dem Sohn Michas, dem Staatsschreiber Schafan und Asaja, dem Diener des Königs: Geht und befragt den Herrn für mich, für das Volk und für ganz Juda wegen dieses Buches, das aufgefunden wurde. Der Zorn des Herrn muss heftig gegen uns entbrannt sein, weil unsere Väter auf die Worte dieses Buches nicht gehört und weil sie nicht getan haben, was in ihm niedergeschrieben ist. Da gingen der Priester Hilkija, Ahikam, Achbor, Schafan und Asaja zur Prophetin Hulda.

Der König hat Angst und er schickt seine Männer. Wohin laufen die Männer? Sie laufen zu einer Frau!

„Sie war die Frau Schallums, des Sohnes Tikwas, des Sohnes des Harhas, des Verwalters der Kleiderkammer, und wohnte in Jerusalem in der Neustadt. Die Abgesandten trugen ihr alles vor“

„15 und sie gab ihnen diese Antwort: So spricht der Herr, der Gott Israels: Sagt zu dem Mann, der euch zu mir geschickt hat:“

Nicht gerade demütig, den König, „Mann, der euch zu mir geschickt hat“ zu nennen, oder?

Hulda läßt diesem Mann, dem König ausrichten, was Gott ihm zu sagen hat.
Und Gott spricht zu diesem König und seinen Priestern, durch eine Frau.

Wenn die Männer darauf acht geben, dass ihre Frauen nicht zu selbständig handeln, entgeht ihnen womöglich das Wort Gottes.

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« Antworten #18 am: 21. August 2009, 08:04:15 »

ogott, nee... wenn ich noch mehr von den Mormonen lesen muß, rieselt mir der STaub aus den Ohren.. nee, nee, ich hab genug Fachliteratur hier rumliegen ;-)
Gerade eben hab ich eine wissenschaftstheorie angefangen. Das ist verflixt anspruchsvoll. Im Studium hab ich mich vor den verschiedenen -...ismen immer gedrückt und mir (nich tganz unrichtig) gedacht, das ist ja alles inzwischen überholt. Positivismus, Konstruktivismus etc pp.
so ungefähr weiß ich ja auch, was das war. Aber jetzt muß ich doch noch mal ran, weil es die Unterschiede in den Auffassungen erklärt.
Trockener stoff. buäh...
(aber da ich dauernd mit Psychologen diskutiere, die parapsychologisch angehaucht sind, muß ich besser Bescheid wissen).

also, logisch daß der liebe Smith keine Witwen wollte. Und seine lieben Knaben auch nicht. Das war nur so als Notnagel... die Idee mit der Vielweiberei ist doch alt.
Ich gehe niht davon aus, daß er Offenbarungen hatte (in meiner Fachsprache nennt man sowas eh anders, und mit Gott hats nicht wirklich zu tun...). Kann schon sein, daß er sensibel genug war, um die tieferen Strömungen seiner Leute (und, ratet mal, wer da wichtiger war....) aufgenommen und halt formuliert hat.

Nicht anders machen es gute Schriftsteller. ich meine damit jetzt nicht Nabokow (obwohl auch der das perfekt hingekriegt hat mit "Lolita" - ein Buch, das ich zutiefst verabscheue), sondern Kafka, zB "die VErwandlung des Gregor Samsa" oder "Die Bestrafung"(?) (wo es um die Bestrafungs-Maschine geht).
Oder "Krieg der Welten" von Capek.
Oder die Geschichten der Strugatzkis. Die hab ich verschlungen!

Ich bin ja auch Fan von filmischer Sci-Fi. Derzeit guck ich mich durch Startrek SG1. (um mein Englisch aufzubürsten im original). Der umgang mit der neuen REligion dort, dem "Weg des Lichts", verbreitet durch die Ori, ist eine sehr interessante Sache. (Kommt erst in der 9. und 10. staffel).

Science Fiction ist ja auch immer nur ausdruck der sozialen (und technischen) Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Daher ist ja manches für uns so altmodisch, obwohl es seinerzeit absolut zeitlos schien. also, (andere Serie), Star Trek. Käptn Kirk damals.... das war die Zeit, als der Chef selbst noch der Held war und alles selbst erledigte. Die Feinde, die Weiber, das Heldentum... (ich mißtraue Heldentum ja zutiefst...).
später, Käptn Jean-Luc Picard hatte einen ganz anderen Stil. Der hat seine Fachleute befragt und mehr als Moderator fungiert. Klar hat er auch Entscheidungen getroffen, gegen den Willen seiner Leute. Aber immer im Interesse der gemeinschaft, nciht um ein Held zu sein. ihm war schon viel mehr klar, daß er nicht alles alleine machen muß.
Seine Leute waren auch entsprechend viel besser als die von K. Kirk. Der hatte Sicherheitsleute, die sich von laien entwaffnen ließen, also echt, ich kicher da immer... solche Penner...

Ich wills gar nicht weiter ausweiten. In der Kunst wird also das dargestellt, was man gerade für "normal" und für "möglich" hält.
die Entwicklung geht aber weiter, und die Realität übertrifft die Fiktion dann meilenweit.

Genauso betrachte ich die Heiligen Bücher.
Die stellen Fiktion (oder sagen wir fiktionale Realität, denn eine Erzählung ist selbst dann subjektiv, wenn derjenige meint, die Sache absolut zutreffend darzustellen, das weiß man aus der Forschung zum zeugenverhalten, also Zeugen von Verbrechen oder Katastrophen, ihr versteht schon) dar.
Man weiß nicht, ob es wirklich SO und nicht anders war.
Was man aber erkennt, sind die "ungeschriebenen gesetze", an die sich der Erzähler hält.

durch alle mir bekannten Religionen zieht sich der Bestrafungs-Gedanke.
aus meiner Ausbildung her weiß ich aber, daß es mit der Strafe nicht so leicht ist. die wirkt nämlich nicht unbedingt so, wie man geplant hat.
Daher müssen die ERgebnisse dann auch wieder etwas beschönigt werden (.... korigiert...).
Das ist ein Teufelskreis.


Aber noch mal die Frage, was ist ein Hipi oder Hipl?
Kan mir nix drunter vorstellen, ichkenne nur HiWi (der arme Student, der für 8 eu die Arbeit für seinen prof macht...)
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« Antworten #19 am: 21. August 2009, 19:07:05 »

@christel

Der Unterschied nach Zeugenphilosophie (hübsches Wort) ist, Isebel diente dem Baal. Der König war zu schwach. Sie übernahm das Zepter, führte das Volk dem Baal zu und Gott strafte das Volk dafür.

Esther handelte ja in seinem Auftrag und badete wochenlang, bevor sie - ungeachtet der Gefahr vor dem König nicht willkommen zu sein - mutig vor ihn trat, um Fürbitte für des Volk Gottes zu leisten.

Isebel - abtrünnig, selbstherrlich und böse
Esther - mutig, edel gesinnt und selbstlos

Hätte man mir nachgesagt den Geist einer Esther zu haben, dann wäre mein Mann wahrscheinlich Ältester geworden.

Da fällt mir etwas auf - so beim Schreiben.....
die haben mir ja unterstellt, dem Baal (Satan etc.) zu dienen und gegen Jehova zu handeln, dabei gehörte ich zu jenen, die eifrig beschuht mit der guten Botschaft ......ohoh....

Das ist ein Gefühl, als hätte ich grad einen Knoten verschluckt. Dieser verfluchte Brietzke!
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« Antworten #20 am: 21. August 2009, 19:50:28 »

Ist wochenlanges Baden ein Zeichen von Unterordnung, Mut und Selbstlosigkeit?... Grinsend
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« Antworten #21 am: 21. August 2009, 21:59:56 »

Wäre der König nicht entzückt gewesen, dann hätte er das Zepter abgesenkt und sie wäre einen Kopf kürzer gewesen. Xantippe hätte dieses Schicksal ganz sicher ereilt.

Selbsterhaltungstrieb Überlebenstraining oder womöglich doch weibliche Eitelkeit Huch
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« Antworten #22 am: 21. August 2009, 23:07:04 »

Isebel war sicher keine Gute. Aber nirgends im Text steht, dass Ahab ihr Mann besser war.
Ahab wollte den Weinberg von Nabot. Weil Nabot seinen Weinberg aber weder verkaufen noch gegen einen anderen tauschen wollte, „kehrte Ahab in sein Haus zurück. Er war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jesreel zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Väter nicht überlassen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht zur Wand und wollte nicht essen.“
Isebel, eine einfühlsame und liebende Ehefrau „fragte: Warum bist du missmutig und willst nicht essen?
Er erzählte ihr: Ich habe mit Nabot aus Jesreel verhandelt und ihm gesagt: Verkauf mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir lieber ist, gebe ich dir einen anderen dafür. Doch er hat geantwortet: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben.
Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch jetzt König in Israel. Steh auf, iss und sei guter Dinge! Ich werde dir den Weinberg Nabots aus Jesreel verschaffen.“

Kann sich ein König eine bessere Frau wünschen?

Isebel schmiedet ein Komplott. Es werden falsche Anschuldigungen geben Nabot erhoben und er wird hingerichtet.

„Sobald sie hörte, dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jesreel in Besitz, den er dir für Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot.
Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, stand er auf und ging zum Weinberg Nabots aus Jesreel hinab, um von ihm Besitz zu ergreifen.“

An keiner Stelle steht, dass Ahab mit den Handlungen seiner Frau nicht einverstanden gewesen ist. Ahab holt sich den Weinberg, den ihn seine Frau verschafft hat.

Dann trifft Ahab den Propheten Elija: „Ahab sagte zu Elija: Hast du mich gefunden, mein Feind?“ (1Kön21,20)

Zuvor „erging das Wort des Herrn an Elija aus Tischbe“.
Jetzt müßt Gottes Urteil ungefähr in diese Richtung gehen:
Isebel war eine Königin des alten Testamentes, die das Jüdische Volk verführt hat falschen Göttern zu dienen, worauf Gott es vernichtete. Sie untergrub die Autorität des Königs durch einen unabhängigen Geist. (Heute würde man wohl sagen, sie war eine Emanze und ihr Mann ein Weichei.)

Da bei den Zeugen der Mann das Haupt ist und die Frau unterwürfig sein soll, ist ein isebelscher Geist der Unabhängigkeit so ziemlich das Übelste, was einem männlichen, verheirateten Zeugen passieren kann. Ein Mann, dessen Frau ein isebelscher Geist nachgesagt wird, bekommt in der Versammlung keine Vorrechte, weil er der Versammlung nicht vorstehen kann, wenn er noch nicht einmal der eigenen Frau vorsteht. (ich spreche da aus Erfahrung  Zwinkernd)

Gott müßte also in etwa so gesagt haben „Ahab, was deine Frau tat, war nicht richtig. Bringe sie unter Kontrolle, ansonsten kannst Du nicht länger König sein.“

Was trug Gott dem Elia wirklich auf?

„18 Mach dich auf und geh Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria seinen Wohnsitz hat. Er ist zum Weinberg Nabots hinabgegangen, um von ihm Besitz zu ergreifen.
19 Sag ihm: So spricht der Herr: Durch einen Mord bist du Erbe geworden? Weiter sag ihm: So spricht der Herr: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, werden Hunde auch dein Blut lecken.“

Elia sagt: „Weil du dich hergabst, das zu tun, was dem Herrn missfällt, werde ich Unheil über dich bringen. Ich werde dein Geschlecht hinwegfegen und von Ahabs Geschlecht alles, was männlich ist, bis zum letzten Mann in Israel ausrotten.
Weil du mich zum Zorn gereizt und Israel zur Sünde verführt hast, werde ich mit deinem Haus verfahren wie mit dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und mit dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas.
Und über Isebel verkündet der Herr: Die Hunde werden Isebel an der Mauer von Jesreel auffressen.
Wer von der Familie Ahabs in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen, und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Vögel des Himmels fressen.“

Abgesehen, dass die Strafe drastischer ausfällt, das ZJ Argument taucht überhaupt nicht auf.

Tatsächlich hat Isebel die Autorität des Königs nicht untergraben. Sie war ihm gegenüber loyal.
Wenn jemand Ahabs Autorität untergraben hatte, dann war das Nabot.
Nabot, ein Bauer, der die Dreistigkeit hatte den König abzuweisen.
Das muss er mit dem Leben bezahlen. Isebel stellt durch ihr Handeln die Autorität des Königs wieder her!
Allerdings hat sie die Rechnung ohne Gott gemacht. Gott steht auf der Seite von Nabot.

Das war jetzt etwas ausführlich. – Aber es ist ja auch eine Geschichte, die spannend zu lesen ist.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann der ZJ- Deutung nicht folgen. Der Wachtturm ist geprägt durch eine „Einheitsmoral“. Bibelstellen werden benutzt um diese zu stützen. – Entfernt man diesen Schleier zeigt die Bibel ein anderes Gesicht.
Daraus ergibt sich die Frage, ist ein sog. „Heimbibelstudium“ wirklich hilfreich? Kann es sein, dass es mehr verdeckt als erschließt?

LG Christel
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« Antworten #23 am: 22. August 2009, 08:33:25 »

Guten Morgen, Christel,

die gesamte Figur Isebel wird bei den Zeugen ja als eine rebellische Frau gesehen, die nicht unterwürfig ist und ihren schwachen Mann missbraucht und gegen Jehova sündigt.

Ähnlich wie bei Salomo, der sich an seinem Lebensende fremdländischen Frauen zuwandte und den gerechten Weg verließ, so beginnt ja die Geschichte der Isebel bereits in 1. Kö. 16:29 ff

29 Und was Ahab, den Sohn Omris, betrifft, er wurde König über Israel im achtunddreißigsten Jahr Asas, des Königs von Juda und Ahab, der Sohn Omris, regierte weiterhin über Israel in Samaria zweiundzwanzig Jahre. 30 Und Ahab, der Sohn Omris, trieb es schlimmer in den Augen Jehovas als alle, die vor ihm gewesen waren. 31 Und es geschah - (als ob es) das Geringste für ihn (gewesen wäre), in den Sünden Jerobeams, des Sohnes des Nebats, zu wandeln -, daß er jetzt Isebel, die Tochter Ethbaals, des Königs der Sidonier, zur Frau nahm und begann hinzugehen und dem Baal zu dienen und sich vor ihm niederzubeugen.

Na, den Rest hast du ja schon dargestellt.

Zeugen Jehovas wird ganz klar vermittelt, dass sie bereits bei der Wahl der Ehefrau darauf zu achten haben, nicht nur im Herrn zu heiraten, sondern ihre Wahl auch auf eine Frau fallen sollten, die den Geist einer Ruth hat und sich praktisch durch die Anwendung von Spr. 31:10 ff auszeichnet. Eine junge Frau, die nicht zur Saalreinigung kommt und sich - ohne Murren - von den Ältestenfrauen zum Putzen der Klos einteilen läßt, kommt für einen Zeugen Jehovas der ein Dienstrecht anstrebt schon nicht infrage.

Die ideale Zeugenfrau putzt, ist fleißig, still und lächelt ständig, begrüßt jeden freundlich und zeigt niemals, wie es in ihr aussieht. Ich kenne inzwischen in der Aussteigerszene so viele Ex-Ältesten-Frauen, die genau daran zerbrochen sind. Burnout.

Wer zum Psychiater rennt oder Therapie macht, wird, selbst , wenn er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, ausgegrenzt. Ihm wird vorgeworfen sein Vertrauen nicht auf Jehova zu werfen, sondern Hilfe im System Satans zu suchen.

Gerade für diese Frauen brauchen wir Anlaufstellen - überall auf diesem Planeten. Es gibt kaum Therapeuten, die verstehen, was diese Frauen so krank und verzweifelt macht.
« Letzte Änderung: 22. August 2009, 08:36:55 von Ricarda » Gespeichert
Sylke
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« Antworten #24 am: 22. August 2009, 11:57:14 »

also, vor krank und verzweifelt sind diese Frauen erst mal vor allem DUMM und HANDLUNGSUNFÄHIG gemacht.
ENTSCHEIDUNGSUNFÄHIG.

Kluger Schachzug von machtmenschen.
Das problem sind dann die langfristigen Nebenwirkungen...
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« Antworten #25 am: 22. August 2009, 15:57:57 »

Hallo Sylke,

die Mehrzahl aller Zeugen Jehovas sind Hineingeborene. Die haben nie etwas anderes kennengelernt. Zeugen Jehovas-Kinder dürfen keine Kontakte außerhalb der Glaubensgemeinschaft pflegen und heiraten untereinander.

Weltliche Literatur, weltliche Freunde, weltliche Musik usw. sind tabu, weil alles vom Teufel stammt - nur die heile Welt der Zeugen nicht. Es ist ein weltweites von der Welt abgesondertes Volk mit eigener Regierung und eigener Justiz.
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« Antworten #26 am: 22. August 2009, 17:11:22 »

ja, wunderbare Inzucht...

Daran erkennt man halt, wie verantwortungsbewußt die eltern ihren Kindern die Welt bieten.
Ich frag mcih echt, warum sie ihnen nicht gleich ne lobotomie verpassen. Das ist die OP, bei der ein Stück Stirnhirn "weggestanzt" wird. Die Schwester von kennedy hatte das zweifelhafte Vergnügen.
Es sorgt dafür, daß diese leute keinen eigenen Willen mehr haben und auch nix mehr planen können. vor allem nichts Unerlaubtes.

meine Frage zielte vor allem auf die, welche nicht als neugeborene schon indoktriniert wurden.
Wobei auch diese gern drüber nachdenken dürfen...

Geschwister, so die biologische Definition, teilen 50% genetische Grundlage.
Soziale Geschwister haben dieselben Eltern, mit denen sie zusammenleben. will heißen, eines von beiden muß zutreffen, um Menschen als Geschwister zu sehen.

eine verschworene Gemeinschaft wird noch lange nicht zum Geschwisterkreis, nur weil sie einer Idee anhängen. Und die "Ältesten" oder wie auch immer die Hierarchiegrößen heißen, werden durch machtausübung noch lange nicht zu sozialen Eltern.
Da müßte schon noch bissl mehr sein als das.

Ich denke vielmehr, daß diese bezeichnungen und ihre weiteren Verwendungen einfach noch Folgen erlittener Hirnwäsche ist, die noch nicht überwunden wurde.
ME kann die auch nur von jedem selbst überwunden werden - durch Fragen, Suchen und Erkennen. Nicht durch den alten Weg.

Gibt übrigens einen schönen Ausspruch von Watzlawik. "mehr desselben!"
Wenn es sich schon als nicht hilfreich erwies, ist eine größere Dosis davon gewiß nicht heilsamer, im Gegenteil....
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« Antworten #27 am: 22. August 2009, 17:28:44 »

Ich hätte noch ne anderemögliche Deutung zu Isebell.

Indem Gott lt. buch ihr Verhalten völllig ignorriert, und es kurzerhand ihrem Mann zuschreibt (oder zuschlägt), zwigt er, daß er sie als BEsitz betrachtet.

Wenn ein Hund jemanden beißt, verlangt man ja auch vom Besitzer=Mensch, daß der den Schaden übernimmt.
Der Hund ist an sich gar nicht in der lage dazu.

Und genauso wurde sie mE gesehen. Ihr "Besitzer" mußte geradestehen.
Daß mir diese Ansicht nicht schmeckt, auch wenn sie in dem Falle dadurch persönlich bissl glück hatte, muß ich sicherlich nicht erst erklären.
In D wars übrigens auch so, noch gar nicht so lange her.
ZB war eine Frau nach dem Gesetz nicht fähig, die Dinge zu überblicken, und so konnte ein Ehemann bis 73 ihren Job hinter ihrem Rücken kündigen. Sie hatte keine Mögichkeit, dagegen vorzugehen.
Er mußte ihr nicht mal was davon sagen.

Und bis 69 konnte sie kein Sorgerecht für ihre Kinder erlangen, was zu solchen komischen Konstruktionen führte, daß ER - schuldig geschieden - festlegte, an welchem ort sie wohnte und über die Beschulung und alles andere entschied.
Oder aber, ein Vormund legte alles fest. da gibts von dem Schauspieler Gottfried John eine Autobiographie, wo er genau das erzählt. Er war so ein Kind. Der vormund legte fest, daß er im Heim leben sollte. die Verhältnisse waren dort damals noch ganz anders als heute. Ziemlich hart. ("Bekenntnisse eines Unerzogenen" oder so der Titel).
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« Antworten #28 am: 22. August 2009, 18:06:20 »

Hm Isebel als Besitz zu betrachten ist ein interssanter Gedanke. Zu den Brüdern nehme ich extra Stellung.
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« Antworten #29 am: 22. August 2009, 23:36:58 »

Ich denke nicht, dass Gott Ahab die Schuld gibt, weil er der „Besitzer“ der Isabel ist.

Isabel hat die Sache zwar eingefädelt, aber angestiftet hat sie Ahab. Auch wenn er es ihr nicht direkt befohlen hat. Ausgeführt haben es, „die Männer seiner Stadt, die Ältesten und Vornehmen“ (1Kön 21,11f.)

„Als Isebel die Kunde vernahm, daß Nabot gesteinigt und tot sei, forderte sie Achab auf: >>Wohlan, ergreife Besitz vom Weinberg Nabots aus Jezreel, den er dir um Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr. Er ist tot!<<
Als Achab erfuhr, daß Nabot tot sei, stand er auf, um den Weinberg Nabots aus Jezreel in Besitz zu nehmen. (1Kön 21,15f.)

Nichts deutet darauf ich, dass Abab nicht einverstanden war! Endlich kann er sich den Weinberg holen,  und er tut es!

„Es gab wirklich niemanden, der wie Achab sich hergab, das zu tun, was dem Herrn mißfiel. Dazu verführte ihn seine Frau Isebel.Er handelte überaus verwerflich und lief den Götzen nach, ganz wie die Amoriter es taten, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hat (1Kön 21,25f.)

Der Satz, „Dazu verführte ihn seine Frau Isebel.“ zeigt, das Ahab selbst falsch handelte.

Buße tat Abab erst, als er erfuhr, welch Schicksal ihn erwartete. („Als Achab diese Drohworte vernahm, zerriß er seine Kleider, legte ein Bußgewand über seinen nackten Leib, fastete, schlief im Bußgewand und ging bedrückt einher.“ 1Kön 21,27)

die gesamte Figur Isebel wird bei den Zeugen ja als eine rebellische Frau gesehen, die nicht unterwürfig ist und ihren schwachen Mann missbraucht und gegen Jehova sündigt.

Ich finde, diese Interpretation wäscht den Ahab zu rein.
Aus der Geschichte geht für mich hervor, dass Ahab sich eine Frau suchte, die zu ihm paßte und die ihn wunderbar ergänzte. Vielleicht wäre er selbst für diese Intrige zu feige oder nicht schlau genug gewesen. Begrüßt hat er sie alle mal.

Ich wiederhole, Isebel rebelliert nicht gegen ihren Mann Ahab. Isabel entspricht vollkommen: 1Mos 2,18 „Gott, der Herr, sprach: >>Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück."  – Nun ja, Isebel hilft ihrem Mann bei Dingen, die Gott missfallen, aber sie hilft ihm.

Ich kann mir gut vorstellen, dass bei den ZJ kein Interesse besteht, Isebel als treu sorgende Ehefrau darzustellen. Da Isebel eine negative Gestalt der Bibel ist, ist sie geeignet, als negatives Beispiel für mangelnde Unterordnung zu dienen. - (Es gibt andere selbständige Frauen in der Bibel, die spielen aber eine positive Rolle. Diese sind daher nicht geeignet als negatives Beispiel für mangelnde Unterodnung zu dienen. Nicht weil sie weniger selbständig handeln, sondern aufgrund ihrer positiven Rolle.)

Ich schätze, es geht den ZJ nicht um die richtige Auslegung der Geschichte.
Die biblische Geschichte um Isebel hat ausschließlich dienende Funktion.
Sie dient der Ordnung innerhalb der Versammlung. Das ist so ähnlich wie Hosen tragen. Frauen sollen sich den Männern unterordnen. Hat eine Frau Eigenschaften, die man von einem Mann erwartet und dort befürwortet werden, wird das als „Vermännlichung“ gewertet und negativ wahrgenommen.

Ricarda, ich schätze, Du hast zwar als brave ZJ nie Hosen getragen, ... aber als eifrige ZJ warst Du sicher manchen Männern geistig überlegen. Eine Frau, die sich nicht dumm stellt, mögen manche Männer gar nicht. Sie nehmen das als mangelnde Demut war...

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« Antworten #30 am: 23. August 2009, 00:10:36 »

Die ideale Zeugenfrau putzt, ist fleißig, still und lächelt ständig, begrüßt jeden freundlich und zeigt niemals, wie es in ihr aussieht. Ich kenne inzwischen in der Aussteigerszene so viele Ex-Ältesten-Frauen, die genau daran zerbrochen sind. Burnout.

Kann es sein, dass die Frauen oft gar nicht merken, welch starken Konformationsdruck sie sich aussetzen und wie sie dabei ausbrennen?
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Sylke
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« Antworten #31 am: 23. August 2009, 09:52:09 »

Ich habe seit gut 20 Jahren keinen Rock oder kein Kleid mehr getragen, mit ganz ganz wenigen ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann.
ich trage prinzipiell Hosen. (selbst zu meiner Hochzeit)
Schon aus dem Grund, weil ich in meinen Hosentaschen immer so wichtige Dinge mit mir herumtrage wie Tütchen für den Hund (falls der mal an der falschen Stelle kacken will... gibts ja..., ist ja nur ein Hund, obwohl es normalerweise nicht zu solchen Unfällen kommt), Taschenmesser (nicht klein....), Strippe für eventuellen Fundhund (man braucht auch so mal immer ne STrippe mit Karabiner), schöne kleine Steine (Handschmeichler), Taschentücher und Handy (in ner Socke). SChlüsselbund. Miniportemonnaie mit fremdländischem Geld (bin hier ja an der Grenze zwischen EU und Nicht-EU). Weiteren kleinen Krimskrams.
Ich bin immer voll ausgerüstet.

Will heißen, Damenhosen ohne Hosentaschen kamen für mich nie in Frage. (ich komme übrigens aus der Textilbranche und hab sowas mal gefertigt, im Akkord, bzw ich hab den nie geschafft.... tja..)

Was das Falsche Handeln der Isebell betrifft, so kann man Flöhe UND Läuse haben, wie ne Freundin von mir gern sagt.
Es ist durchaus möglich, daß sie wissentlich falsch und fies handelte, aus eigenem Antrieb.
Meine Hunde sind durchaus fähig, ihren eigenen Kopf zu haben, und zwar sogar GEGEN meinen erklärten Willen, dann aber normalerweise hinter meinem Rücken. Wenn ich sie nämlich erwische... gibts Streß. Wissen sie.

Es kann aber sein, daß sich das falsche Handeln des Hundes (zB aggressives Benehmen) mit dem falschen Antrieb des Besitzers des Hundes deckt (Minderwertigkeitsgefühle und damit höhrere Aggressivität).
Das ist dann besonders übel, weil niemand den Hund stoppt.

Dennoch ist es nicht wirklich der Fehler des Hundes. Er hat keine Einsicht in sein falsches handeln, Hunde sind da ganz einfach gestrickt.

Falls also Gott Isebell als ein solches einfach gestricktes Wesen gesehen haben mag, so ist es belanglos, wenn sie falsch handelte. Es bleibt bei der Bestrafung ihres Besitzers, der die Einsicht hätte haben müssen und ihr Handeln anders lenken.


Übrigens, liebe Leute: Aus welchem Grunde sollte eine Frau so einen Mann haben wollen, der sich schon minderwertig fühlt, wenn seine Frau selbst denken kann?
So einer soll sich doch lieber ein Plüschie zulegen statt ner Frau. Die Sklaverei ist illegal. auch wenns IHM angeblich gefällt.
Illegalität bedeutet: kriminelles Verhalten.
Genaugenommen sind das alles Kriminelle.
Seit 1997 ist die sexuelle Mißhandlung in der Ehe - gegen den Willen des Menschen (meist weiblich) - strafbar.
dies mal als Beispiel.

Für mich ist ein Mädchen frei geboren.
Wer ihr was anderes beibringt, handelt frevlerisch und eigennützig. Sehr eigennützig.

und Papier ist geduldig. Wer sagt mir, daß da nicht mal ganz was anderes geschrieben stand... Papier ist Papier.
Ich schreib selbst Geschichten.
http://yerainbow.wordpress.com/2009/06/01/abrahams-weib/


(edit: tippex, seufz...)
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« Antworten #32 am: 23. August 2009, 16:56:28 »

Nach "weltlichen" Maßstäben hast du völlig Recht.

In der Wachtturm-Wahrheit erzogene Frauen halten sich an ganz andere Maßstäbe; oder sie rebellieren und haben die Folgen zu tragen. Im schlimmsten Falle bedeutet das Exkommunikation - soziale Isolierung...
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« Antworten #33 am: 23. August 2009, 17:17:34 »

Isebel, ist kein Hund weder nach biblischen, noch nach dem Maßstab der ZJ.
Selbst extreme Fundamentalisten wissen eine Frau von einem Hund zu unterscheiden.

Ein Mann, der sich schon minderwertig fühlt, wenn seine Frau selbst denken kann, wird das nicht zugeben. Er wird im Gegenteil eher herrisch auftreten, sich überlegen geben und der Frau schuld einreden. – Kurz gesagt, eine Frau merkt das nicht unbedingt.

Auch mit Damenhosen kannst Du dort kein Land gewinnen. Das Argument habe ich schon ausprobiert. Sie ließen es nicht gelten. Auch nicht das Argument, dass Jesus Kleider trug.
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« Antworten #34 am: 23. August 2009, 19:38:39 »

ja, oder aber eine neuorientierung.

Nicht leicht, aber doch wohl immer noch besser als das, was dort lief - seh ich das richtig?
Denk schon.

jesus? der hat doch ne Art Windel getragen.. ich hab das auch auf griechischen Bildern, Vasen etc gesehen. Und ich hab ja den Verdacht, daß das eher sexuell ist... nicht lachen.
Die brauchten was, nach ihren orgien mit oder ohne Zustimmung der Beglückten, womit sie das Klebrige bissl von sich wischen konnten.
Müssen wir aber nich thier weiter diskutieren, können wir im Sexualbereich des Forums machen...

Damenhosen.... hm.... ja klar, wenn Röckchen vorschrift ist (kann man leichter drinter gucken und leichter hochheben), ist es wurscht, ob jeans (die ich bevorzuge, weil strapazierfähig und praktisch - witzigerweise trage ich Männergrößen, die kleinste, glaub ich - wegen des Schnittes, hab keinen solchen Hintern, wie sie ihn gern für Damengrößen produzieren...) oder "Coco-Chanel-Hose".
Oder "marlene-Dietrich-Hose".

Mir gefällt in der Damenbekleidung dieses "verspielte" einfach nciht. rüschen, Schleifchen, Knöpfchen etc pp.
nee, nix für mich. Es muß funktional sein, also gut funktionieren. Wenn ich mit einem neuen Hund im TH losziehe, will ihc nicht erst in rüschen wühlen müssen, um den Hund mit nem kleinen Futterbröckchen zu belohnen. außerdem sabbern manche Hunde, wenn sie sich freuen ;-)
stört mich nicht wirklich, aber man muß halt drauf eingestellt sein.

und ob Isebell auf der Stufe eines Eigentums wie Hund stand oder nicht, können wir doch nur mutmaßen. wir legen unser heutiges Wissen an, die Maßstäbe,die wir haben.
Ich beschäftige mich ja mit machtspielchen unter Menschen, und ich denke schon, daß es Zeichen für Besitztum von Menschen gibt.
Sklaverei ist eine alte Sache. Und als erstes versklavt wurde die Frau. Zuerst wurden die Frauen der Feinde versklavt (lest mal bei Moses nach, und er kam in ein land wo Milch und Honig floß, - Kanaan...)
Dort war man noch ängstlich. Die Wilde Horde tötete auch die erwachsenen Frauen. Nur die Mädchen, die noch nicht initiiert waren, ließ man leben. Die nohc nicht geschlechtsreifen.
Ich kann mir recht gut vorstellen, wessen Geistes diese Typen waren.

Verzeiht mir meine Offenheit.

später griff das auch auf die eigenen Frauen über. Schließlich waren die ja auch nichts anderes.
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« Antworten #35 am: 24. August 2009, 08:01:32 »

Bevor ich Zeugin wurde, waren wir Freizeitcowboys. Da waren Hosen angesagt. Bei den Zeugen mußte ich dann lernen, dass sich das nicht schickt und begann Kleider zu tragen.

Es hat mir aber Spaß gemacht. Meine Kleider waren nicht langweilig, hatten Rüschen, Spitze, Ausschnitte.....

Ich vermisse das heute etwas und trage nur noch selten Kleider. Es ist halt bequemer schnell in die Jeans zu schlüpfen.

Ich habe auch als Zeugin Hosen getragen: in der Freizeit, zur Saalreinigung, beim Saalbau und bei hohem Schnee und Minusgraden. Da wurde es akzeptiert, weil ein Rock bei zwei Stunden Dienst gesundheitsschädlich gewesen wäre.
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« Antworten #36 am: 25. August 2009, 11:04:25 »

a propos Hosen.
Hosen aus Jeans-SToff sind Hosen, Hosen aus Wollstoff sind Hosen.

Ich sehe den unterschied niht, außer man interpretiert da was hinein.
War in der ddr auchmal so. Die westlich-dekadenten "Nietenhosen" (das Wort Jeans hätte man niemals offiziell gebraucht, bis man sie dann doch selbst zu produzieren versuchte, später...) waren verpönt.

Da steht immer ne Idee dahinter.
Ich aber behaupte, ich kann anziehen, was ich will, denn ich bin nicht wirklich abhängig von den Ideen anderer.

übrigens hat in meiner Lehrlingsgruppe damals (nur Mädchen) eine ein unerwünschtes westliches T-Shirt getragen, der Polit-Affe ist fast geplatzt vor Wut. Im unterricht. Er brüllte "ausziehen", udn dann kriegte er nen roten kopf undbrüllte "anziehen".
tja...

Hätte ganz übel für ihn ausgehen können.
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« Antworten #37 am: 27. August 2009, 16:09:53 »

hi silke,
warum bist du hier in dem forum?
hier erzählen die leute von ihrer schlechten zeit bei den zeugen, es war für alle eine belastung diese regeln vorschriften und verbote, und weil wir das nicht mehr ausgehalten haben sind wir gegangen. da kann man nicht einfach sagen ich zieh jetzt eine hose an, die erkären dir dann schon warum das für eine frau unzüchtig ist. wenn das alles so locker flockig gewesen wär würden wir hier nicht drüber schreiben. bei den zeugen wird den leuten alles schön eingetrichtert bis man es kapiert hat. ich hab es auch nicht anders gekannt, das war einfach so
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« Antworten #38 am: 27. August 2009, 20:04:17 »

Hallo Silke,

wie ich sehe hast Du eine DDR-Vergangenheit so wie ich. Also kannst Du das doch nachvollziehen, oder?
da kann man nicht einfach sagen ich zieh jetzt eine hose an, die erkären dir dann schon warum das für eine frau unzüchtig ist. wenn das alles so locker flockig gewesen wär würden wir hier nicht drüber schreiben. bei den zeugen wird den leuten alles schön eingetrichtert bis man es kapiert hat. ich hab es auch nicht anders gekannt, das war einfach so
lg engel

Mit uns wurden doch auch solch ähnliche Gespräche geführt.

Ich war nie pro DDR, mußte halt dort leben. Aber wenn man in einem System ist, dass man befürwortet, welches ein Teil der eigenen Identität ist, ein System, dass einem vermittelt etwas Besonderes zu sein, was natürlich auch besondere Verpflichtungen mit sich bringt, dann ist es noch schwieriger sich zu wehren, einfach psychisch. Aber man ist dann auch nicht ständig unglücklich. Wer die ZJ verläßt gibt auch auf ...

Ich habe übrigens damals in der DDR schon aus rein finanziellen Gründen viel Hosen getragen, weil die Strumpfhosen so teuer waren. – An Strumpfhosen habe ich mich nie wirklich gewöhnt, daher trage ich fast ausschließlich im Sommer Kleider und Röcke, dann aber gern.


und ob Isebell auf der Stufe eines Eigentums wie Hund stand oder nicht, können wir doch nur mutmaßen. wir legen unser heutiges Wissen an, die Maßstäbe,die wir haben.

Nach heutigen Maßstäben könnte dies durchaus so sein. Manch einer, der von der Evolutionsbiologie begeistert ist, sieht keinen Unterschied mehr zwischen einen Menschen und einem Tier. Dabei haben wir noch Glück. Für Menschen, die alles mit Ökonomie und Nutzen erklären wird alles und jeder zu Sache und zur Ware.

Das Selbstverständnis von damals ist uns in Erzählungen überliefert:
Kein Tier entspricht dem Menschen (dem Mann) – nur die Frau ist ein Teil seiner selbst „Fleich von seinem Fleisch"

Zitat
18 Gott, der Herr, sprach: >>Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen als sein Gegenstück.<< 19 So bildete Gott, der Herr, aus der Erde allerlei Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und ganz wie der Mensch jedes Lebewesen benannte, so lautet sein Name. 20 Der Mensch gab allem Vieh, allen Vögeln des Himmels und allem Feldgetier Namen; aber für den Menschen fand sich keine Hilfe als sein Gegenstück.

Die Frau

21 Da ließ Gott, der Herr, einen Tiefschlaf auf den Menschen (= Adam) fallen, so daß er einschlief, nahm ihm eine seiner Rippen und verschloß deren Stelle mit Fleisch. 22 Gott, der Herr, baute die Rippe, die er dem Menschen entnommen hatte, zu einer Frau aus und führte sie ihm zu. 23 Da sprach der Mensch: >>Das ist nun endlich Bein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch. Diese soll man Männin heißen; denn vom Manne ist sie genommen.<< 24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und beide werden zu einem Fleisch. 25 Beide aber, der Mann und seine Frau, waren nackt; doch sie schämten sich nicht voreinander. (1Mos 2,18)

Der Text stammt aus der Königszeit, aus der Zeit der Isebel.

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« Antworten #39 am: 27. August 2009, 20:24:00 »

Ich bin hier, weil... nun... es gibt keine einfache Antwort.
Ich habe mit verschiedensten Religionen zu tun gehabt. Die ZJ sind für mich nur eine davon (ich lese auch über vergangene Religionen....)
Ein Thema, das mich sehr berührt.

nun, ich war nie GEGEN die DDr. Also ich kann durchaus sagen, ich weiß, was alles das nicht gestimmt hat.
Dennoch - die idee von Gerechtigkeit ist eine sehr alte, und eine sehr menschliche...

Daß die alten Herren das nciht hingekriegt haben, ist nicht wirklch ein Wunder. Die waren auch nur das, was sie sein konnten. Ich kannte viele echte Kommunisten (bringt es so mit sich, wenn man versucht, mit jedem ins Gespräch zu kommen), und viele von denen haben die Sache hingeschmissen - es war nicht das, was sie sich vorgestellt hatten.
Wie auch.
Ich kannte auch so herren Revolutionäre, die die Weltrevolution schn mal planten. Und die "weiblcihen" est mal in die kaffeeküche schickten...

sowas hat mich immer angekotzt. Aber meine Rebellion hat nichts geändert - nur mich. Ich habe zu den Argumenten gefunden. Inzwischen durchschaue ich solche Männerkonstrukte. Das liegt nicht am biologischen geschlecht, es ist gelernt.
Und ohne ihre willfährigen Hilfskräfte, meist weiblcih, hätten sie auch weniger Macht.

Nun, und letztlich - als Psychologe versteh ich was von Macht, Machtspielchen, Erwerb von macht - und machtmißbrauch.

Denkt ja nicht, daß es diese Dinge nur bei den ZJ gibt... da irrt Ihr Euch aber ganz schön.

Was die Evolutionsbiologie betrifft... ich habe ja immer schon nach der Wahrheit gesucht. Und die jungfräuliche Geburt war das letzte, das ich noch nachgefragt habe. Der Paster, mit dem ich mich unterhielt, kam ganz schön ins Schleudern.
Danach hab ich keinen dieser herren mehr danach gefragt, sondern Fachbücher gelesen.

und, ja, wir sind Tiere. Wir sind bissl intelligenter als sie, aber die wichtigsten merkmale teilen wir mit unseren Verwandten, den Säugern. Vor allem mit den sozialen Säugern.
Wer von Euch Kinder hat, weiß was ich meine... und ich fand das nie problematisch. Es ist ebenso.
Wir Menschen unterscheiden uns aber von den übrigen tieren. Wir können einiges, das sie nicht können. wir können gezielt lügen... können die nur in primitivsten Ansätzen.
Wir können uns die Zukunft vorstellen...
Wir können über die Vergangenheit reden...
wir können planen. Wir können Verzicht üben.

Das, und noch so einiges, können Tiere nicht. Und wir sind weitaus lernfähiger. Daher auch diese erstaunlich lange Kindheit. die ist dazu da, um zu lernen.
Amöben brauchen nix lernen, die haben keine Kindheit...

wir dagegen hören unser ganzes Leben nicht auf zu lernen...
Die Frage ist nur, lernen wir das Richtige?

und, ja, ich bin ein Kämpfer. Ich habe mich immer gegen ganze Gruppierungen durchgesetzt und habe immer in Kauf genommen, daß ich bestraft werde. Ich habe auch Angst, wie jeder andere. Aber ich bin nie zu beugen gewesen. Mich hätte man brechen müssen - und das hat sich dann doch keiner getraut. Nicht mal mein Vater, der es versucht hat. Paar rippen hat er mir gebrochen. Es hat nix genützt.
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« Antworten #40 am: 27. August 2009, 20:27:00 »

übrigens ist die Sache mit Adams Rippe Unsinn.
Mann genetisch XY (die beiden Geschlechtschromosomen), Frau XX.
Übrigens auch die Jungfrauengeburt Jesu. Aus ner weiblcihen Zelle wird immer nur wieder ne weibliche Zelle.

Männer sind, so gesehen, eignetlich ein Luxus der natur, und zwar für die fortpflanzung.
Das gibt ihnen keine Rechte, nee, nee. Sondern gewisse pflcihten (im Hunderudel kann man das schön beobachten... ;-))
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Ricarda
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« Antworten #41 am: 27. August 2009, 20:37:19 »

@engel,

Sylke ist hier, weil ich sie hierher eingeladen habe. Ich habe auf www.xing.com eine Gruppe Sektenausstieg. Dort sind vor allen Dingen Helfer, obwohl ich auch Aussteiger dort aufnehme. Sylke ist eine davon, die Aussteigern helfen möchte.

Sie konfrontiert uns Aussteigern mit der Nicht-Zeugen-Sichtweise. Die Frage an mich unter Hipi "Sö blöd warst du nicht wirklich?" Oh, doch, ganz genau so blöd war ich! Das zeigt, wie stark geprägt wir noch immer sind durch unsere Sektenvergangenheit.

Bei den Helfern, ob Psychologen oder Therapeuten, muss erst einmal ein Verständnis für unsere Bedürfnisse entstehen. Erst, wenn sie verstehen, wo uns der Schuh drückt, können sie mit uns gemeinsam ein gutes Sektenausstiegs-konzept entwickeln. vielleicht schreiben wir ein Buch zusammen. Sektenausstieg in 10 Schritten (hatten wir schon mal angefangen). Da könnten wir beginnen mit: Helfer fragen - Aussteiger antworten.
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Sylke
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« Antworten #42 am: 28. August 2009, 08:07:11 »

Oops, hab ich das wirklich geschrieben?
ok, ich möchte nicht, daß jemand denkt, ich wäre besser.
Ich war auch schon heftig blöd... Ich habe mich einseifen lassen, mir ein X für ein U vormachen lassen... und es hat immer eine Weile gedauert, bis ich dahinter kam...
Beispiel?
Kurz nach der Wende kamen die Drückerkolonnen.
eine brachte Spendenwille unter die leute, nämlich für die Rettungshubschrauber. natürlich sollte man auch einen kleinen Vorteil haben, wenn man was spendete (war ne feste summe). Ich guckte in den Vertrag (lesen konnte ich ja schon), und ich sagte: hier steht aber so und so, und Sie erzählen ganz was anderes.

Sagte die Tusse doch, "ach, das hat nichts zu bedeuten, das ist noch ein veraltetes Formular".
Ich habs geglaubt....

Eigentlich müßte ich dieser Frau dankbar sein, denn ich habe diese Erfahrung wohl gebrucht um zu kapieren, daß ein unterschriebener Vertrag genau so zählt wie er gedruckt ist.
Im Osten war das klein bißchen anders. Ich hatte ja jemanden dabei, der das Gespräch mit an gehört hatte - der hätte sicher bestätigt, daß mir sowas erzählt wurde. Im Osten wäre das ganz offener Betrug gewesen, und das war strafbar.
Im Westen jedoch kriegt man erstens keinen mehr, der einem das bestätigt (die halten lieber alle den Mund...), und zum anderen zählt der schriftliche Vertrag, egal was da erzählt wird....

oh-oh. War ich naiv. Aber wie jeder Mensch bissl lernfähig. Hat nur manches leider etwas gedauert, aber besser spät als nie (obwohl ichmich lange geärgert habe... wirklich lange...).
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engel
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« Antworten #43 am: 29. August 2009, 16:58:32 »

@ ricarda,

danke für die aufklärung, jetzt verstehe ich es besser.
ich habe die letzten jahre eine kunsttherapie gemacht, tiefenpsychologischer ansatz, es gibt auch welche auf antroprosophischer basis,.
ich habe immer wieder gemerkt das die therapeutin meine probleme nicht richtig nachvollziehen kann, aber sie weiß ja auch nicht was die zeugen lehren. sie kennt ja nur meine sichtweise.ich hab selbst viel verdrängt, und auch viel nicht gewußt, als kind hat man eh keinen durchblick, aber jetzt muß ich mich auch mal mehr mit den hintergründen befassen,das fand ich gar nie wichtig, aber hier merke ich nachdem ich hier einiges gelesen habe was die die mit den leuten machen. ich finde es ganz toll das es menschen wie euch gibt die solche seiten ins netzen stellen.
 vielen dank und euch weiterhin viel kraft dafür.
alles liebe für alle die hier lesen und schreiben engel
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Christel
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« Antworten #44 am: 29. August 2009, 23:01:51 »

nun, ich war nie GEGEN die DDr. Also ich kann durchaus sagen, ich weiß, was alles das nicht gestimmt hat. Dennoch - die idee von Gerechtigkeit ist eine sehr alte, und eine sehr menschliche...

Die Idee der Gerechtigkeit ist sehr alt. Ich habe den Bergriff „Gerechtigkeit“ in meine Bibel-CD eingegeben und erhielt eine lange Liste. Mit der DDR bringe ich den Begriff nicht in Verbindung.
Die historische Mission der Arbeiterklasse bestand nicht in Gerechtigkeit, sondern darin die Macht zu übernehmen und die Diktatur de Proletariats aufzubauen. Dazu bedurfte sie einer „wissenschaftliche Weltanschauung“ mit „konsequent atheistischen Charakter“.
(Vgl.: S. 412 „Dialektischer und historischer Matereialismus : Lehrbuch für das marxistisch-Leninistische Grundlagenstudium,- 10., überarb. Aufl. – Berlin . Dietz Verl, 1983“
 „Die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse ist mit keinerlei Fideismus vereinbar; sie trägt konsequent atheistischen Charakter. Die Überwindung des religiösen Bewußtseins ist eine wesentliche ideologische Seite des Emanzipationskampfes der Arbeiterklasse.“)

DDR assoziiere ich höchstens mit Gleichheit. Gleichheit ist keine Gerechtigkeit, außerdem waren immer welche Gleicher.  Grinsend
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Sylke
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« Antworten #45 am: 31. August 2009, 08:20:15 »

Ich hab ne Weile überlegt, um eine vernünftige antwort zustande zu bringen.

Erstmal - es ist meine Vergangenheit. Ich bin bekennender Ossi, denn ich kanns eh niht verleugnen.

Zum anderen sehe ich die Bibel nciht unbedingt als Referenzwerk. Die Bibel, deren Religion sich nach der Eigenwerbung auf reine Liebe gründet, ist ein Werk, voll mit Völkermord, Frauenmord, Kindermorz/mißhandlung, Drohungen, bosheiten und so weiter.
Allein zum Thema Kindesmißhandlung könnte man ganze Abhandlungen schreiben.

Was die von Dir zitierten Sätze betrifft, so muß man sich mal überlegen. Da haben sich die Habenichtse, die Hungerleider, zusammengetan (wer bissl was hatte, war nicht begeistert von der Idee, denn was gehen ihn fremde Hungerleider an, nicht wahr?).
Natürlich mußten sie zu allererst macht erlangen. Nichts anderes besagt, ein wenig drastisch ausgedrückt (damit es auch der letzte Prolet irgendwie kapieren kann) der Satz über die Machtübernahme und die Dikatur des Proletariats.

Die Realität sah dann ja auch so aus - die gut ausgebildeten Fachkräfte wurden hinweggelockt (während im Westen die intelligenten Kinder halt reiche Eltern haben mußten, oder eben keine vernünftige Ausbildung brauchten - ich habe einen Prof gehabt, der mir erzählte, wie schwer man es ihm mit der Ausbildung gemacht hatte, weil seine Leute "nur" Arbeiter waren, im Westen).
Das Geld, die ddr-Blechtaler, die nirgendwo was wert waren, wurden imKurs 1 zu 17 getauscht (und das war noch ein günstiger Kurs), aber die Leute kamen aus dem Westen und kauften das, was ihnen zusagte. Für n Appel und n Ei.

Das hat was von den Glasperlen für die Eingeborenen.

Ich erinnere mich noch, das Essengeld betrug in der SChule 2,75 (Ost). wir haben uns über das Kübelessen aufgeregt udn gespöttelt, daß es Wahlessen ist - kannst wählen, iß oder iß nicht...
Als meine eigenen Kinder dann in Süddeutschland in die Grundschule kamen, hat mich umgehauen, daß es GAR KEIN Schulessen gibt.
Auf diese dußlige Idee wäre ich nie im Leben gekommen...
die haben wirklich erwartet, daß ich mittags aus der Uni angerannt komme, und koche. War aber schon zeitlich unmöglich, ds Studentendasein ist nämlich entgegen aller Legenden richtig stressig. außer man kann sich die Ruhe leisten (und ich war immer hart am Limit).

natürlich hat es mit der Gerechtigkeit nicht so richtig geklappt in der DDr. Liegt auch daran, daß Menschen ziemlich unperfekt sind.
Aber als cih im Fernsehen die Bungalows von Wandlitz sah, und wie man sich über vergoldete Wasserhähne aufregte, da machte es bei mir klick...

Echt, jeder halbwegs mittelständische krauter hätte darüber nur gegrinst. Das war.. nix!
Das war lächerlich.

heute läuft das alles anders. Ich bin ja im Ausland und hier privat versichert. Da kriegt man erst mal mit, wie die Dinge laufen... Ich war in D bei meinem Arzt, weil ich ihn kenne nd nicht dieses Sprachproblem habe...
Er meinte, "ach, rufen Sie mich doch einfach an, wenn dann genaueres bekannt ist...."

Ich tat das, aber er konnte mir am Telefon nix Vernünftiges sagen.
Boah, und dann kriegte ich ne Rechnung. Für nicht mal 10 Minuten Telefongespräch. 140 Eu.
Da war ich platt!

Das ist es, was jetzt läuft. Die freiheit eines kleinen Goldfischs im haifischbecken...
kein Wunder, daß es Horden von Obdachlosen gibt. (war selbst mehrmals hart an der SChwelle... mit bissl Pech wärs mir passiert)
Geld kann man nicht vermehren (oder es wird inflationär), also wenn einer viel kriegt, haben die anderen halt viel weniger.
So einfach.

Gerechtigkeit heißt eigentlich, jedem erst mal die Chance zum Leben zu geben.


und was die Religion betrifft, so benötigte die ddr diese eben einfach nicht.
Relligion hat 2 wichtige Funktionen (jede Religion, guck Dich mal um):
- innenpolitisch für Ruhe sorgen, die Leute auf eine Linie bringen, disziplinieren
- außenpolitisch abgrenzen (sonst wären feindliche Übernahmen unmöglich)

den ersten Fakt hat der Sozialismus auch perfekt abgedeckt (den zweiten konnte man nicht abdecken, Völkerverständigung steht dem diametral entgegen).
so gesehen war der Sozialismus eine Quasi-Religion...

also, ich finde, man muß es schon diferenzierter betrachten. Und mit der bibel mir gegenüber zu argumentieren ist zu eingeschränkt.
Ich verlange nämlich echte Belege, nicht Autoritätsbeweise. Genügen nicht.
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« Antworten #46 am: 25. September 2009, 09:19:59 »

Hallo   Smiley
Ich heiße Jutta und Ricarda hat mich hier in diese Gruppe eingeladen .
Ich hatte früher sehr oft Besuch von den ZJ und habe mich immer ganz nett mit ihnen Unterhalten ,und ihnen von meinem Glauben erzählt . Damals war ich mit einem Türken zusammen und beschäftigte mich gerade mit dem Koran, meine Tochter ging zur Waldorfschule und nahm dort an dem Religionsunterricht der Freien Christengemeinschft teil.
Allso die beiden Damen haben mir immer sehr aufmerksam zugehört , sicher das heft wenn es ein neues war haben sie mir dagelassen.
Wenn ich das jetzt hier so lese, dann kommt mir der Gedanke  Huch vieleicht wollten sie mal etwas anderes hören  Huch
Sie kamen über ein Jahr zu mir , ich bin dann dort weggezogen .

Ich las vorhin etwas über die Mormonen. So ein bischen habe ich mich auch einmal mit ihnen befasst . Gibt es da gemeinsamkeiten ?

Für mich ist das alles sehr interessant !

@ Ricarda , Danke für die Einladung  Smiley
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« Antworten #47 am: 25. September 2009, 12:07:48 »

Hallo Jutta,

willkommen in meinem Forum. Schau dich hier in Ruhe um. Mach dich mit den Funktionen vertraut. Und wenn du dich einigermaßen sicher fühlst, machen wir gemeinsam ein neues Forum zu unserem anderen Thema auf.

Du findest hier nette Mitglieder, die dir bestimmt gern helfen, wenn du Fragen hast. Und sollte dich das eine oder andere Erlebnis der Ex-Zeugen hier schocken, dann ruf mich einfach an.
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